Montag, 11. November 2013

Mathe-Sushi



Dass banale Mathematik-Kenntnisse nicht zwingend bei jedermann gegeben sind, wurde ja bereits thematisiert (hier geht’s zur Geschichte). Am Wochenende wurde ich allerdings im Rahmen eines Sushi-Kurses einmal mehr Zeugin eines Rechen-Schmankerls.

Gut, zugegebenermaßen hätte auch ich nicht damit gerechnet, in einem Kurs für die Sushi-Zubereitung Mathekenntnisse zu benötigen. Einige Personen sahen sich aber mit Schweißausbrüchen vierten Grades konfrontiert. 

Sushi-Meister: „Bei der Sushi-Reis-Zubereitung ist noch wichtig, den Reis mit einer Würzmischung zu vermischen. Die Würzmischung ergibt sich aus einem Verhältnis von 1:5:10 von Salz, Reisessig und Zucker.“
Versteinerte Blicke vom gesamten Tisch.

Mann 1 (ca. 50, unterbricht das Schweigen): „Und wos haaßt des jetzan? I nimm a Soiz?“
Frau 1 (seine Gattin): „Na du nimmst 5 Soiz.“
Sushi-Meister: „Das Verhältnis von Salz zu Reisessig zu Zucker lautet 1:5:10.“
Mann 1: „Und wie rechne i des aus?“
Mann 2 (ca. 30, eilt zu Hilfe): „Was wollen’S denn ausrechnen?“
Mann 1: „I konn jo ned 10 Packerln Zucker in Reis eineschittn!“
Mann 2: „Eh nicht, das sind ja keine ganzen Packerln. Nur das Verhältnis.“
Mann 1: „Des vasteh i ned.“
Frau 1: „Schau des is leicht, du muasst 10 Zucker in 5 Reisessig eineschitten! Und a Soiz dazua.“
Mann 1: „Jo owa des is jo ur vü!“
Mann 2: „Das ist ja nur das Verhältnis!“

Kurzes Schweigen.
Mann 1 (nickt): „Jetzt hob i’s checkt!“
Sushi-Meister: „Sehr gut.“
Mann 1 (zu Frau 1): „Do werd ma glei zum Metro fohren am Mondog, do kriag ma den Zucker in der Großpockung sicha büllicher…“

Das wird wohl eine süße Sushi-Versuchung…

© Eiki

Dienstag, 5. November 2013

Kindererziehung für Fortgeschrittene


Über so manche Eltern darf man sich wundern. Hier ein paar Exemplare.

(1) Am Wochenende im Donauzentrum. Eiki steht im Lift, Mutter mit zwei kleinen Kindern steigt ein.
Tochter (ca. 4) möchte beim Aufzug drücken.
Mutter (schreit): „NEEEEIIIIN! Du musst nicht drücken! Es is scho drückt!!!“
Sohn (ca. 6, wiederholt): „Sami, du musst nicht drücken!“
Mutter: „Red gscheit mit ihr!“


(2) Vorgestern. Eiki beim Bäcker, Vater kommt mit ca. 8-jährigem Sohn hinein.
Vater: „Wos wüst hom?“
Sohn: „Kipferl, oida.“
Vater: „Sog ned oida, du Trottl.“


(3) Heute Morgen. Eiki in Straßenbahn, Familie mit vier Kindern sitzt neben ihr.
Sohn 1 turnt in der Straßenbahn herum. Sohn 2 versucht Sohn 3 zu treten. Tochter wirft Papierfutzerln auf den Boden.
Mutter: „Verenaaa, mach das nicht. Lars – stop! Und ihr beide hört’s auf!“
Vater: „Seid’s einmal normal bitte!“
Sohn 2: „Geh schei….“
Vater: „Geh selber schei…“
Sohn 3: „Geht’s alle schei…“

Es geht nichts über hochwertige Kommunikation.

© Eiki

Montag, 28. Oktober 2013

Long sleep the Queen!

Da wir uns gerade auf Urlaub befinden, kommen mein Freund und ich in den Genuss eines Queensize-Bettes mit einer gemeinsamen Decke. Ich wiederhole: Einer. Decke. Ja. EINER.

Welcher sinnliche Romantiker auch immer auf die glorreiche Idee gekommen ist, Pärchen unter eine gemeinsame Decke zu stecken: STOP IT. Die Romantik hat nämlich spätestens zwei Stunden nach dem "Gute Nacht!"-Wunsch ein jähes Ende, wenn sich beide nur mehr halb schuldbewusst, halb hundemüde ein bisserl mehr als die offizielle Hälfte der Decke sichern wollen.

Im Halbschlaf sind dann sowieso alle Manieren vergessen und Unarten wie "Decken-Stehlen", "unerlaubtes Kokon-Bauen", "Polsterraub" und "ein gesunder Seitenhieb" sind keine Seltenheit mehr. Vielen wird das nicht unbekannt sein, wir genießen derartige Spiele am liebsten vor wichtigen Arbeitstagen, im Urlaub und wenn man wirklich Schlaf braucht.

Und hab ich schon die Matratze erwähnt? Unsere derzeitige Hotelmatratze ist derart weich in der Mitte, dass man des Nächtens immer in die Bettmitte rutscht und sich dann durch irritiertes Herumwurschteln gegenseitig aufweckt. Ein Hochgenuss. Irgendwann um vier Uhr Früh kam ich zur Erkenntnis, dass dieses gemeinsame "Häschen in der Matratzengrube" keinen Sinn hat und wir lieber beide am Rand schlafen sollten. Dann wirds aber wieder eng mit der Decke. Naja, und das Spiel beginnt von vorne.

Einen Vorteil hat das Ganze aber definitiv: Man ist auch im Urlaub schon zeitig aufstehbereit und kann den vollen Tag nützen. Und nach ein paar Häferln Kaffee sind die nächtlichen Unfasslichkeiten auch schon wieder in Vergessenheit geraten.

Zumindest bis zum "Gute Nacht!"...


© Eiki


Montag, 14. Oktober 2013

Soziale Werbung

Aus gegebenem Anlass wende ich mich an meine Leser in der stillen Hoffnung, nicht die Einzige zu sein, mit der Facebook in letzter Zeit besonders viel Spaß hat.

Und zwar abgesehen von den üblichen paar geistreichen Statusmeldungen einiger Facebookfreunde wie „Oida, Heislwetter, geht ma wohin“, „Tascheee vom Schatzi bekommen! Lübbe disch!“ oder „heut alles deppate da draußen“…

Facebook hat es sich nämlich offensichtlich zum Ziel gesetzt, mir ständig interessante Werbungen anzuzeigen. Zum Beispiel heute:

  • Umstandsmode für jeden Anlass
  • Pflanzen für deinen Garten
  • Herzlich Willkommen beim Moskauball
  • Herrenschuhe günstig online kaufen


Aus irgendwelchen Gründen vermittle ich scheinbar das Gefühl, eine schwangere russisch angehauchte Ballliebhaberin mit grünem Daumen und Fetisch für edle Herrenschuhe zu sein. Da ich das letzte Mal vor 7 Jahren auf einem Ball war, weder werdende Mutter noch Gartenbesitzerin bin und zugegebenermaßen auch mein Faible für Herrenschuhe überschaubar ist: Was möchte man mir mitteilen?

Apropos Herrenschuhe – erst gestern hat mir Facebook den Eintritt in die „Geheime Männergruppe auf Facebook“ empfohlen.

Ich lass mir jetzt einen Bart wachsen.


© Eiki

Dienstag, 8. Oktober 2013

Gerechtigkeit 2.0

Bekanntermaßen gibt es ja zahlreiche Leute, denen die Rolltreppen Beschilderung „links gehen, rechts stehen“ nicht Hinweis genug ist.  Man möge es ihnen nachsehen. Hin und wieder fragt man sich dann aber doch.

Zwei junge Mädels tratschen laut auf der Rolltreppe nebeneinander. Frau möchte vorbei.

Frau: „Äh, dürfte ich kurz…“
Mädel 1 (weicht genervt aus): „Oida.“
Mädel 2: „Was is mit alle?“
Mädel 1: „Nicht mal zwei Minuten Warten halten’s aus.“

Von unten nähert sich ein Herr, der ebenfalls vorbei möchte.

Herr: „Entschuldigung…“
Mädel 1 (schaut ihn an): „Was is, oida?“
Herr: „Bitte? Ich würde gerne vorbei gehen.“
Mädel 1: „Ich will auch viel.“ (geht aber dann doch zur Seite)

Herr schüttelt unglaubwürdig den Kopf und geht vorbei.

Mädel 2: „Oida. Alles deppate hier.“
Mädel 1 (lacht): „Ich mach’s ja schon absichtlich, damit sie’s lernen. Haha.“

Oben angekommen wartet der Herr von vorhin auf die beiden.

Herr: „So, meine Lieben, Fahrscheine bitte.“
Mädel 2: „Oida…“

Harrharr.


© Eiki

Freitag, 4. Oktober 2013

Flug deluxe

Diese Woche hatte ich das Vergnügen von München nach Wien zu fliegen. Im Bus vom Boarding zum Flieger stand neben mir eine bayrische Familie (Vater, Mutter, Töchter ca. 21 und 17). Schon von weitem war ihr Luxus an Goldschmuck, Pelzkragerl, Marken-Tascherl und -Köfferchen sowie mit Makeup zugekleisterten Gesichtern erkennbar.

Dass aber auch solch vom Geld gesegnete Personen nicht gänzlich von Sorgen befreit sind, zeigt ihre Unterhaltung:

Tochter 17: „MENSCH PABBAAA!!! Hör auf damit mich anzuschauen!“
Vater: „Wos schau i di on? I hob do aussi gschaut! Darf i bitte eifach schaun?“
Tochter 21: „NESSAAAAA! Gib doch Ruhe und chill mal!“
Tochter 17: „NEE, Pabba starrt da die ganze Zeit rüber!“
Vater (rückt sein Stecktuch zurecht): „Mensch Nessa, jetz hoit owa moi den Rond!“
Mutter (blickt sich durch die Gucci-Sonnenbrille suchend um): „Guckt doch mal, die Menschen schauen schon. Muss ja wirklich nich sein hier!“
Tochter 17 (dreht sich widerwillig weg): „Geht doch alle weg.“

Alle schütteln den Kopf. Tochter 21 trägt neuen Lipgloss auf, ihr Rouge muss scheinbar auch noch stärker betont werden.

Tochter 21: „Nessa, du wirst immer mehr zu Zicke. Irgendwann musst du das in den Griff kriegn.“
Tochter 17: „Ach komm, du red da mal!“
Mutter: „Kinder, ihr seid lächerlich.“

Vater (will die Familie zur Einsicht bringen): „Na kommt, genießt‘s doch de Reise! Es is immerhin des letzte Moi, doss ma heier fliegen!“
Tochter 21: „Ha, für mich nicht! Ich bin noch auf Bali im November.“
Tochter 17: „Wieso darf sie nach Bali und ich nicht?“
Vater: „Mensch, Nessa! Du warst dieses Jahr in Kenia, Brasilien und Kalifornien – was willst du denn noch?“

Tochter 17: „Ich hasse mein Leben.“

Ich werde ein Spendenkonto einrichten.

© Eiki

Montag, 23. September 2013

Reserviert.

Das telefonische Reservieren eines Tischs in einem Lokal ist nicht zwingend ein Kinderspiel. Das zeigt sich unter anderem in meiner persönlichen Erfolgsquote. Eigentlich ist es sogar eher schon die Ausnahme, wenn ein Tisch dann wirklich auf „Eichberger“ reserviert ist. Schilder mit „Eichinger“, „Eichelburg“, „Eichhaus“ oder sogar „Eisbär“ beweisen dies gekonnt.

Aber auch andere Leute können von Ereignissen mit ähnlicher Dramatik berichten. Eine Freundin versuchte zuletzt einen Tisch auf „Schramek“ zu reservieren. Am Tisch fanden wir schließlich ein Schild mit „Irgendwas mit Sch“ vor. Auch nett.

Besonders angetan hat es mir aber die folgende Reservierung:

Herr Rapf (ruft Restaurant an): „Guten Tag, Rapf mein Name. Ich würde gerne einen Tisch für Freitag reservieren.“
Kellner: „Für Freitag ham Sie gsagt? Jo, do is no wos frei! Geht si aus.“
Herr Rapf: „Sehr gut. Vier Personen auf „Rapf“. Richard Anton Paula Friedrich.“
Kellner: „Na, die Vornamen brauch i ned!“


© Eiki

Montag, 16. September 2013

Rendezvous beim Würschtelstand

So mancher Würschtelstand-Besitzer könnte mit seinen Erlebnissen ein Kabarett schreiben. Und das vermutlich täglich.

Folgendes Szenario: Vergangenes Wochenende – Eiki steht spätabends beim Würschtelstand um sich vorm Heimfahren noch kulinarisch zu versorgen. Neben ihr steht eine Gruppe von vier Girlies.

Girlie 1: „Oida was soll ich eeeesseeeeen?“
Girlie 2 (macht sie nach): „I waaaaß neeeeed.“
Girlie 1: „Gusch.“

Girlies lachen.

Girlie 3: „I waaß a ned, wos i essen soi! I will ned scho wieda Hotdog… das kann i scho nimma sehn.”
Girlie 1: „Ja ich ebn auch nicht, ich ess fix kein Hotdog. Aba was sonst? Nudeln?“
Girlie 2: „Naa! Nimm da das nicht, meine Cousine hat letztens ins Krankenhaus müssen wegen Asiaten-Fressen, ich sags da…“
Girlie 1+3 (erschrocken): „Waaas eeecht?“
Girlie 2: „Ja, voll… De hod ned guad ausgschaut. Fressts das nicht herst!“

Girlie 4 (schaltet sich ins Geschehen ein): „Aber fix auch kein Kebap, oida!  Ich war letztens so in erste Bezirk..“ (kleine grammatikalische Schwächen seien ihr verziehen) „…und da is so der Würschtelstand bei Oper, weißt eh. So gegenüber der…“

Girlie 1-3 nicken.

Girlie 4: „Na und weißt eh, ich war so dort und kauf mir Kebap mit Hendl. Und dann hab ich auf einmal gsehn, dass die da die Haut vom Hendl noch oben haben… Ich hab so gspieben…“
Girlie 2 (aufmunternd): „Na oida!“

Girlie 1: „Okay, ich ess fix kein Kebap. Sonst bröckel ich auch in Ubahn nachha.“
Girlie 3: „Und was ess ma dann?“
Girlie 1: „Oida ich nehm wieda Hotdog, herst. Mir is wurscht. Friss i zwor scho zum zehnten Mal jetzan, aba besser als wie hingspieben in Ubahn!“

Wo sie Recht hat…

© Eiki

Samstag, 7. September 2013

(b)renna tuat's!


Vergangenen Donnerstag war mir die Teilnahme am Businessrun vergönnt.

Bereits beim Betreten des Areals waren die 25.600 Teilnehmer (exkl. Support-/Anfeuerung-/Ich-fotografier-jeden-Schaas-Mitmenschen) unverkennbar. Rasch sollte ich erkennen, dass das Schwierigste am Lauf nicht die wirklich sehr gemütliche 4,1km-Distanz war. Vorerst hieß es nämlich überhaupt bis zum Start zu überleben.

Wer immer schon ein Sardinenbüchsen-Feeling der besonderen Art erleben wollte, dem empfehle ich den Aufenthalt im Startbereich des Businessruns. Hier bekommen sogar ruhige Gemüter die ersten Klaustrophobie-Schweißperlen auf der Stirn.

Während man 30min eingepfercht darauf wartet, dass der eigene Startblock auch irgendwann starten darf, gibt es viele Phänomene zu beobachten. So durfte ich mich an einem Team bereits vor dem Start verschweißelter Herren erfreuen, welche mir regelmäßig herumhüpfend die Zehen vernichteten.

Doch nicht nur für olfaktorischen Hochgenuss ist gesorgt! Um dem Teambuilding den letzten Schliff zu verleihen hatten die meisten Firmen nämlich mehr oder weniger originelle T-Shirts mit Firmenlogo und kreativen Sprüchen wie „(b)renna tuat’s!“ für ihre Läufer bedrucken lassen.  Und wer steht nicht gern umringt von 25.559 kreativen Leiberln im Startbereich und erfreut sich seines Lebens?

Schräg vor mir war dann noch ein Team des österreichischen Bundesheeres, welche topmotiviert die Lautsprecherdurchsage „Bitte nicht über die Absperrung klettern! Sie kommen alle zum Start!“ ignorierten. Doch auch sonst zeigte sich, dass erwachsene Menschen nicht zwingend fähig sind, sich in einer Warteschlange normal einzuordnen und lieber wie Kleinkinder über Absperrungen klettern, um 4min früher starten zu können.

Irgendwann kam dann doch die Erlösung: ich durfte endlich starten. Da waren die boxenden Ellbogen von übermotivierten Vorbeiläufern und der Seitenhieb eines überholenden Mannes, der mich etwas ins Gebüsch beförderte, dann eine wahre Wohltat.

Oder wie mir sein T-Shirt mitteilte: „wonn’s laaft, donn laaft‘s.“

© Eiki

Montag, 2. September 2013

Öffi-Unterhaltungen 8

Fr, 07.06. 15:27 Uhr – Eiki im 13A

Zwei Männer mittleren Alters steigen ein und nehmen einer direkt neben Eiki und einer gegenüber von Eiki Platz.  
Mann 1 (neben Eiki): „Und donn hot’s ma des hinige Sakko kauft! I man schau da des amoi on!“
Mann 2 (lacht): „Geh des geht doch eh! Dunkelrot – des is jetzt in Mode!“
Mann 1: „Jo, owa du waaßt jo des Beste ned!“

Mann 1 beginnt sich das Sakko auszuziehen. Leider schafft er es nicht im Sitzen, wurschtelt wild herum und lehnt sich quer über Eiki. Eiki weicht leicht Richtung Fenster um einen Kinnhaken zu vermeiden.

Mann 1: „Tschuidigen’S! Aus dem Müllsackl kumt jo ka Sau ausse..“

Er wurschtelt weiter.

Mann 1 (hat es endlich geschafft): „Do, schau da den Scheißdreck do innen an!“ (deutet auf den Innenstoff des Sakkos, der aus lauter Pferden mit Reitern besteht) „I sogs da, schick nie a Frau eikaufen. I sog i brauch a neiches Sakko für de Orbeit und sie bringt ma den Schaas… I man, bin i a Dressurreiter, oda wos? Mei anziger Kontakt mit Pferdn is in da Lewakaassemml. Oba des is a scheena Kontakt.“


Mo, 25.06. 19:27 Uhr – Eiki in der U3

Älterer Herr sitzt in einem Viererabteil und betrachtet sich ständig in der Fensterscheibe. Junge Frau steigt ein und nimmt neben ihm Platz. Mann fummelt sich an der Nase herum und schaut wieder in die Fensterscheibe.
Plötzlich wendet er sich der jungen Dame zu und deutet auf seine Nase: „Entschuldigung, hab ich da ein Wimmerl?“


Sa, 29.06. 10:34 Uhr – Eiki im 52er

Eiki steht direkt neben einer jener Großfamilien, bei der sich alle irgendwie ähnlich schauen – in diesem Fall auf dubiose Art und Weise sogar Mutter und Vater.
Tochter Nr. 4 hat die Hundeleine in der Hand. Am anderen Ende ein riesiges Pelzknäuel, aus dem eine Zunge heraushechelt. Plötzlich macht die Straßenbahn einen Ruck und der Hund reißt sich los und läuft nach hinten.

Tochter Nr. 4: „NEIIIN! GUUUUCKIIIII! KOMM ZURÜCK!!!“
Dem Hund ist das herzlich wurscht.
Mutter: „GUUUUCKI!!!!!“
Vater: „GUUUCKI DU HUNDSVIECH!“
Dem Hund ist auch das herzlich wurscht.

Tochter Nr. 1: „BUUUURGENLAAAAND!!!“
Hund dreht abrupt um und kommt zurück. Das Rätsel konnte bis jetzt nicht geklärt werden.


© Eiki

Montag, 26. August 2013

YOLO. Oder so.

Absolute Nr. 1 der Unwörter unserer (Jugend-) Sprache ist ja seit geraumer Zeit „YOLO“ – kurz für „You Only Live Once“ – deutsch „man lebt nur einmal“.

Die grundsätzlich ja nicht gänzlich sinnlose Bedeutung lautet, das Leben zu genießen bzw. Chancen zu nützen, weil man ja eben nur einmal lebt. Dass man das Ganze aber auch gehörig übertreiben oder missinterpretieren kann, zeigt sich regelmäßig auf Facebook.

Dort kursieren nämlich Bilder, wo Jugendliche statt normal in die Kamera zu schauen, extreme Verrenkungen und Grimassen machen, weil sie sooo YOLO sind. Andere Bilder zeigen Jugendliche, die statt normal einzusteigen auf einen fahrenden Zug aufspringen, weil „YOLO, oida!“. In letzterem Fall steht YOLO dann übrigens für „you only lived once“.

Die aufkeimenden Fragen:
  • Brauche ich wirklich den Vorsatz „YOLO“ um mein Leben genießen zu können?
  • Rechtfertigt YOLO, dass das Hirn ausgeschaltet werden darf?
  • Was bitte ist YOLO daran, auf einem Foto gestört drein zu schaun?
  • Muss man stinknormale Fortgehabende in einem Lokal mit „YOLO Party! Einfach GEIL @ SÄULENHALLE“ betiteln?
  • Und können wir dann bitte wieder alle normal sein? 


Bisher habe ich mein Leben auch ohne YOLO ziemlich gut verbracht und genossen. Und das ohne den Hinweis jede banale Tätigkeit im YOLO-Modus zu verrichten. Vielleicht bin ich aber einfach nur zu altmodisch oder zu faul, mir meinen Kakao YOLO-mäßig zu machen oder den Müll „YOLO, oida!“ runterzutragen…

Mein frommer Wunsch: A bissl weniger YOLO und a bissl mehr ZDDH (zerst denken, dann handeln) wär supa. Und eine Prise SEL (sei einmal leiwand) kann im Zweifelsfall sicher auch nicht schaden…


© Eiki

Montag, 19. August 2013

Frag Eiki! 6

Es ist wieder einmal an der Zeit ein leider häufig auftretendes Ereignis zu verarbeiten…  

Manuela K. sendete mir folgende Frage:

„Liebe Eiki! Ich hoffe von dir eine Antwort auf die Frage zu erhalten, warum so viele Leute nicht fähig sind, Klopapierrollen auszuwechseln und einem nur die alte leere Rolle hinterlassen. Sind die Leute denn wirklich zu dumm dazu?“

Liebe Manuela,

danke, dass du dieses auch mir nicht völlig unbekannte Phänomen ansprichst! Auch ich sehe mich regelmäßig am WC mit leer zurückgelassenen Papierrollen konfrontiert. Zum Drüberstreuen wird unter dem Motto „des muass reichen“ häufig noch das letzte 0,5-lagige Papierfitzerl an der Rolle zurückgelassen, um den Nachfolger in den Genuss des Wechselns kommen zu lassen.

Die Ursache liegt vermutlich nicht in der Dummheit, sondern in der ausgeprägten Faulheit gepaart mit einem gewissen Egoismus der Mitmenschen.

Ich möchte jetzt niemanden verstören, aber auch bei Bürodruckern spielen sich WC-Rollen-ähnliche Ereignisse ab! So beobachtete ich erst vor kurzem jemanden, der statt eines kompletten Papierpackerls extra für sich 10 Blätter Papier nachfüllte, um seinen eigenen Druckauftrag noch fertig durchführen zu können.

Ändern können wird man solche Leute vermutlich nur eingeschränkt. Aber vielleicht hilft ja bei manchen sogar ein beiläufiges „so oft, wie ich die Klorolle austauschen muss, muss ich schon eine Nebengewerbe anmelden“. Oder auf die harte Tour, wie das ein ehemaliger Arbeitskollege gelöst hat: „Helmut, i sog da ans: wonn i in den nächsten Tog no amoi den Drucker nochfülln muass, wonn du für 17 Personen ausdruckst, donn flack i da ane!“

Und irgendwann wird dann alles gut und man findet am stillen Örtchen eine Klorolle, wo mehr als nur das letzte Papierfitzerl oben ist. Oder mit dem wie ich finde vortrefflich für Klopapier passenden Namen einer kürzlich gesichteten Klopapier-Marke: „Happyend.“

Alles Liebe und viel Erfolg!

© Eiki

Montag, 12. August 2013

Nachtschwärmer

Generell ist ja von so mancher nächtlicher Kurzmitteilung aus diversen hochprozentigen Gründen abzuraten. Insbesondere, wenn man sie an falsche Nummern schickt.

So ereilte mich vergangenen Montag um 23:01h exakt diese Nachricht einer mir unbekannten Nummer auf meinem Firmenhandy. 

„Ich konnte nicht widerstehen und musste mitschreiben…Flatschers..23.00 Uhr betroffe gut drauf: als ich dich kennegelernt hab Schatz, hast du eine Flasche Averna einfach so zum Essen gesoffen. Na das war kein Averna das war ein Ramazotti und soviel hab i net trunken! Doch du hast eine Flasche getrunken und ich auch, aber du hast eine dritte aufgemacht! Ja aber das war Ramazotti die Flaschen sind kleiner! Schatz du hast gesoffen wie ein Tier als wir uns kennenlernten! Ah geh, sooo schlimm wars net und du mit dem Wiskey! Wiskey wooooo???? bussiiiii“

Es ergeben sich vielseitige Interpretationsmöglichkeiten. Auch scheint ein gewisser Hang zur Schizophrenie nicht ganz zu leugnen.

Worum es sich genau handelt und wer hier generell was und vor allem wie viel säuft, klärt sich hoffentlich bald auf. Voller Spannung erwarte ich die Fortsetzung.


© Eiki

Montag, 5. August 2013

Öffi-Unterhaltungen 7

Lang lang ist’s her, aber jetzt komm‘ ich endlich zum Schreiben der siebten Folge der „Öffi-Monologe“. 

Fr, 26.04. 18:40 Uhr – Eiki in der U2 
Älteres Ehepaar sitzt schön angezogen in der U-Bahn.
Er: „Mi gfreit’s eigentlich üwahaupt ned, heit ins Theater gehn.“
Sie: „Mi eigentlich a ned."
Er: „Fohr ma wieda ham?"
Sie: „Jo.“

Mi, 08.05. 07:14 Uhr – Eiki im 6er 
Ein Mann mit schwarzem T-Shirt auf dem vorne „Geh scheißen!“ oben steht, spielt laut Musik vom Handy.
Mann (wendet sich mit dem Handy zwei jungen Mädls zu): „I spü die Musik nur für eich!“
Mädels steigen aus.
Mann (lässt sich davon nicht beirren und geht auf einen alten Mann zu): „I spü die Musik nur für Sie!“ 
Alter Mann: „I bin owa nix haaß drauf."
Mann (wendet sich einer Dame zu, die plötzlich ganz schnell aussteigen muss. Er lehnt sich aus der Bim und schreit ihr nach): „I hätt die Musik nur für di gspüt! Nur für di!“
Plötzlich geht das Handy aus. Mann starrt es ungläubig an: „Naaaaa… Der Akku is laaa. Dabei woit i eich no so vü Musik spün!“
Alter Mann von vorhin: „In soichen Momenten glaub i imma, doss Gott gerecht is.“ 


So, 19.05. 15:27 Uhr – Eiki wartet bei U1 
Frau mit ca. 6-Jährigem Kind.
Frau (schaut das Leiberl des Kindes an): „DU HAST DICH ANPATZT!!!“
Kind (schaut auch auf sein Leiberl): „Ups.“ 
Frau: „Warum hast dich anpatzt? Kannst du mir das erklären?“
Kind schaut schuldbewusst. 
Frau: „Na?!" 
Kind schaut noch schuldbewusster. 
Frau: „ANTWORTE MIR! WIESO hast du dich schon wieder angepatzt?“
Mann aus dem Hintergrund: „Weils a Kind is und a Eis gfressen hod! Is doch bitte scheiß egal!“

Folge 8 und 9 sind schon in Vorbereitung. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Wiener Linien, ohne die mein Leben weitaus weniger amüsant wäre.

© Eiki

Samstag, 3. August 2013

Another Night in Gemeindebau


Schlafen ist weiterhin nicht.

Wie bereits zuvor (Link) berichtet, bringt früh schlafen gehen in meinem Bau nichts, da man ohnehin von diversen Wahnsinnigkeiten wach gehalten wird.

Neuerdings ist mir aber auch das Ausschlafen nicht mehr vergönnt. So heute Früh um 5:57h.

Baby schreit bei offenem Fenster wie am Spieß. Mutter (vermutlich) eilt herbei und schreit das Kind an, warum es schreit.

Der Genießer schweigt. Baby schreit weiter.

Mutter: „HÖR AUF ZU SCHREIEN! Du kriegst nie wieder irgendwas von mir, wenn du so weiter machst!“

Baby schreit.

Mutter: „DU WAHNSINNIGER! Deppat plärren kannst! Herzliche Gratulation!

Selbiges Spiel zieht sich minutenlang hin. Eiki überlegt, am Laptop gleich live mitzuschreiben.

Irgendwann kurz nach halb sieben tönt es schließlich aus der Nachbarstiege:  „OIDA! MOCH DES FENSTER ZUA, WONNST SCHO SO A SCHREIATE BIST!!!“

Ich find’s super, dass Mütter dem Geschrei von Kindern mit Geschrei begegnen. Noch schöner ist es allerdings, wenn Nachbarn schreienden Müttern, die wegen des Geschreis des Kindes schreien, mit Geschrei begegnen.

Es geht aber bekanntlich immer noch eines mehr.

Sekunden später öffnet sich nämlich ein weiteres Fenster und eine Frau plärrt hinaus: „KÖNNEN JETZT BITTE ALLE IN DIESEM SCHEISS WOHNBAU SCHLAFEN UND MIT DEM VERDOMMTEN SCHREIN AUFHERN????“

Scheee is.

© Eiki