Samstag, 13. Dezember 2014

Öffi-Unterhaltungen 13



Aus gegebenem Anlass. Eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns.

Di, 09.12.2014 in der U6

Eiki sitzt hinter zwei Mädels.

Mädel 1: „Hat sich der Thomas eigentlich wieda bei dir gmeldet?“
Mädel 2: „Na, den brauch i fix ned.“
Mädel 1: „War eh a Trottel, wennst mich fragst.“
Mädel 2: „Voll.“ (kurze Nachdenkpause) „Und was is mit dir?“
Mädel 1: „Was meinst? Na, nix is bei mir.“
Mädel 2: „Warum fangst da nix mitm Luki an? Der steht voooll auf dich.“
Mädel 1: „Na auf Geld und Budan steh ich nicht, sonst hätt ich ma den behalten, den ich ghabt hab.“


Mi, 10.12.2014 im 49er

Mann (steigt hinten im Waggon ein und schreit): „CHRÜÜÜSTÜÜÜAAAN!“
Junger Bursch in der Waggon-Mitte versteinert.
Mann: „CHRÜÜÜSTÜÜÜAAAN! Ich weiß, dass du da bist!“
Junger Bursch setzt sich die Kapuze auf und macht sich im Sitz so klein wie möglich.
Mann: „Du kannst dich nicht ewig verstecken! CHRÜÜÜSTÜAAAN!“
Junger Bursch dreht sich ängstlich um. Als der Mann in seine Richtung schaut, duckt er sich schnell.
Mann: „Gut, Chrüstüan. Dann eben nicht.“ (steigt wieder aus)

Aha.


Fr., 12.12.2014 im 2er

Unterhaltung zweier Typen in der Straßenbahn.

Typ 1: „Oida, hab Problem im Bett.“
Typ 2: „Was hassu Problem im Bett?“
Typ 1: „Weissu schon, geht nix!“
Typ 2: „Aaaah nix Problem! Schlucksu Varta dann geht!“
Typ 1: „Schitimmt? Wie heißt?“
Typ 2: „Naratürlisch schitimmt! V-A-R-T-A!“

Batterien sind in dem Fall sicher die beste Lösung.

© Eiki

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Oh du fröhliche...



Die Unterhaltung zweier älterer Damen, die mit mir gemeinsam auf den Lift warten. Eine davon wohlgemerkt, um einen Stock höher zu fahren, aber das ist eine andere Geschichte.

Trude: „Und Helga, hod se da Alfons beschwert, wegen de neichen Kerzerln?“
Helga: „Du, Trude, i sog da. Der hod se aufgführt!“
Trude: „Geh, wirklich wohr?“
Helga: „Na wos! Auszuckt is er. I hob ma jo docht, i bau schon amoi ollas im Gorten auf, damit i erm überraschen konn.“
Trude: „Aha, er wor gor ned zaus.“
Helga: „Na, na. Der wor wieda im Kaffeehaus drüben.“ (schüttelt den Kopf) „Saufen wahrscheinlich.“

Trude: „Ah geh, der sauft doch ned, oda?“
Helga: „Na jo, scho. Oba wurscht. Auf jeden Foi kummt er zaus und i sog no ‚Schau Hasi, wos i im Gorten aufbaut hob!‘ und wos mocht er?“
Trude (gebannt): „Na, und wos?!“
Helga: „Der reißt die Terrassentür auf wia a Narrischer und reißt de Kerzerl von de Büsche runter!“
Trude (schockiert): „Geh, naaaa!“

Helga: „Jo, jo! Und donn is er überhaupt auszuckt und hod ma den Rudolf umghaut. Jetzt is des Geweih obbrochen. Furchtbor is des mit erm…“
Trude: „Waaaahnsiiinn…“
Helga: „Und waaßt, wos er gsogt hod? ‚Mia san ka Puff. I scheiß auf Weihnochten. De Dreckskerzen san so hell, doss ka Sau in dem Wohnbau schlofen konn.‘ Furchtbor is des mit erm.“

Kurze Stille.

Helga: „Owa des Ärgste kummt jo no.“
Trude: „Wos leicht?“
Helga: „Donn geht a duschnan und i zünd daweil meine Bratapfelkerzerl an. Rennt a auf amoi her, haut de Kerzerl in die Abwasch und schreit: ‚Und mit de Orschkerzerl konnst de a brausen geh.
Do feud’s herin wia i was ned wo. Is es möglich, doss im Dezember ned ollas noch Zimt und Zucker feun muass? Im Kaffeehaus frogn’s mi scho, ob i in am Lebkuchenhaus wohn.‘ Vastehst du des?“
Trude: „Ned wirklich.“

© Eiki

Montag, 27. Oktober 2014

Öffi-Unterhaltungen 12



So eine Fahrt in der S45 kann wirklich entspannend sein.

Fr, 3.10. 12 Uhr

Eiki sitzt in der S45. In Ottakring steigt ein Mann mit aufgestelltem Polo-Kragen ein und schaut sich nach einem Sitzplatz um. Obwohl viel frei ist, wählt er einen Platz vis-à-vis einer blonden Dame.

Polo-Kragen: „Serwas. Olles klor?“
Frau nickt verstört.
Polo-Kragen: „Sehr guad. I muass nämlich wos dazöhn. Beim Schwoazarbeiten hom’s me jetzt dawischt.“
Frau beginnt in der Tasche zu kramen.
Polo-Kragen: „Wor a Schaas Moment, konn i da sogen. Oba geht’s Ihnen eh guad?“
Frau kramt intensiver.
Polo-Kragen (unbeirrt): „I schau auf meine Mitmenschen. Mit mir redt jo normalerweise kana.“
Frau setzt sich Kopfhörer auf und beginnt Musik zu hören.

Plötzlich hört man von einer Reihe weiter eine ältere Dame keppeln.

Ältere Dame (zu einem Radfahrer, dessen Fahrrad den Eingang verstellt): „Herst, für oide Leit is des wirklich schwer, doss ma do einsteigen konn!“
Radfahrer: „Jo, i hob’s jetzt e auf die Seite g‘schoben!“
Ältere Dame: „Trotzdem konn ma a bisserl nachdenken, wos ma mocht!“
Polo-Kragen wird auf die Unterhaltung aufmerksam und lehnt sich quer über die Sitzbank zur älteren Dame hin.
Radfahrer: „I schiab’s no a bisserl do rüber…“
Polo-Kragen (feuert ihn an): „Supa! Du mochst des guad!“

Ältere Dame (zum Radfahrer): „Des is trotzdem ned in Ordnung mit dem Radl!“
Polo-Kragen: „Kuaz zusammengefasst: Es is orsch.“
Ältere Dame schaut ihn entsetzt an.
Polo-Kragen: „Ah, sorry. I hob wieda mein Senf dazuageben miassen.“
Ältere Dame: „Na mir scheint so.“

Ein Mann in Eiki’s Abteil beginnt die Zeitung zu lesen.
Polo-Kragen (lehnt sich herüber und liest mit): „Aha, des is org. Wos do ollas passiert.“
Zeitungsleser (schickt ihm einen bösen Seitenblick): „Jo, und jetzt les ich allein weiter.“
Polo-Kragen: „I hoid jetzt e die Bappn. Vielleicht könnten Sie laut vorlesen?“

Leider musste Eiki aussteigen.

© Eiki

Montag, 13. Oktober 2014

Duden 2.0 – oder – Grammatik im Netz



Hin und wieder gibt es solche Momente, in denen Mann und Frau sich eigentlich nur noch die Sinnfrage stellen kann.

Mir persönlich geht es meistens so, wenn Leute sogar für banale Rechtschreibung zu unfähig sind.

Wie gestern zum Beispiel: Der Besucher einer Friseur-Facebook-Seite hinterließ auf die Nachricht „Wir haben heute um 14h spontan noch einen Termin frei. Falls jemand möchte - einfach melden!“ folgenden Kommentar: „Wehr speter auch möglich?“. 

Ein kalter Schauer rieselt noch immer über meinen Rücken.

Der betroffene Herr ist aber zweifellos nicht der einzige, der diesbezüglich Hilfe benötigt. Generell ist ja auf Facebook aLLeS Erl4ubT. So wurde ich dank eines Hinweises Zeugin folgender Unterhaltung (Tippfehler im Sinne der Lesbarkeit ausgebessert):

Sie postet folgende Statusmeldung: „KARIM ICH LÜBBE DICH HERST WEISST EH“
Er: „oida du biSt auch OAG. Gestern wahrst no valühbt in mi heit gehst scho zu erm.“
Sie: „geh du ret übahaupt nicht du wahrst nehmlich der der was schluss gmacht hat“
Er: „was redst…. ICH BACK DI NED. Geh ham!“

(Zwischengedanke: Warum teure Tickets fürs Kabarett kaufen, wenn man es doch bequem auf der Couch live mit verfolgen kann?)

Sie: „da siest scho wast füra trottl bist. Backen kannst nur kuchen oida du dodel. Dich will ich nie weil weist du vastehst nix und ich lübbe mein Karim er is mein buzzi“
Er: „geh ham du oide buzzi so worm das glaubt da kana.“
Sie: „siest du musst imma schimpfen! sara sagt das auch sie beräuht alles mit dir du mir fallen keine worte ein“
Er: „schau di an herst dir fallen net mal worte ein!“

Mir auch nicht…

© Eiki

Montag, 29. September 2014

Gorillas



Eiki hatte letztens beim Fitnesstraining ein besonderes Vergnügen. Neben ihr am Gerät ein Mann, geschätzt Ende 60, der sich ziemlich verausgabte. Bereits nach wenigen Minuten war um ihn herum ein Schweißsee, der – sagen wir einmal vorsichtig – nicht nach Rosen duftete.

Grundsätzlich ja noch nicht ereignisreich, wäre da nicht bei jeder Durchführung der Übung folgendes Geräusch aus seinem Mund gekommen: HHHGNNNUUUUAAAAAAAHHHHH!

Ja, bei jeder Übung.
HHHGNUUUUAAAAHHH!
Egal wie anstrengend die Übung gerade war.
HHHHGGGGGNUUUUAAAAH!
Egal welche Wiederholung es schon war.
HHHHGGGNUUUUUAAAAHHH!
Egal wie viele Leute bereits etwas verstört hinüber blickten. 
HHHHGGNNUUUUAAAAH!
Und das in einer Lautstärke, wo man sich nicht mehr ganz sicher ist, ob man Besitzer einer Jahreskarte fürs Fitnesscenter oder doch für den Schönbrunner Tiergarten ist.
HGNUUUUUUUAAAAH!
Ich wiederhole: Schönbrunner Tiergarten.
HHHHGNNNUUUUAAAH!


Bestimmt ist das ja für die meisten Fitnesscenterbesucher kein unbekanntes Phänomen. Einige Fragen darf man sich dann aber trotzdem stellen.

Warum muss man andere krampfhaft mit Urgeräuschen zwangsbeglücken?
Ist das normale halbwegs lautlose Ausatmen nur manchen Menschen vorbehalten?
Würde es Sinn machen, auf den Bildschirmen in Fitnesscentern motivierende Affenvideos zu zeigen? Oder soll man gar eigene Affenmitgliedschaften oder Affentrainingstage anstreben?
Wann folgt die Universum Sendung zu „Affen im Fitnesscenter“?
Und wenns schon ein eigenes Lady Fitness gibt, warum nicht auch ein Monkey Fitness?

HHHHGGGNNNUUUUAAAH!

© Eiki