Montag, 20. Juli 2015

Das Handtuch werfen



Bei der Hitze möchte so mancher das Handtuch werfen. Nicht jedem ist das aber auf Anhieb vergönnt. So auch einem Herren heute Morgen in der Straßenbahnlinie 49.

Bei gefühlten 50 Grad drängen sich 4000 Menschen auf engstem Raum in den 49er. Ein Handy beginnt penetrant zu läuten.

Charly (hebt ab): „JO, SERWAS, CHARLY AM APPARAT!“ 

Dame neben ihm: „Könnten Sie etwas leiser sprechen.“

Charly (ins Telefon): „JO DU WORT AMAL, I MUASS DO KURZ WOS REGELN.“ (zur Dame) „Bitte, wie konn i Ihnen helfen?“
Dame: „Sie könnten weniger schreien.“
Charly: „I hob a lautes Organ. I bin a resonanter Hund. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, i muass do wos regeln.“ 

Charly (ins Telefon): „Jo, du i muass leiser reden. Oiso wos brauchst jetzt?“
…. No a Handtuach hod’s ma gschenkt. Owa brauchst ned glauben, doss ma afoch a Handtuach schenkt.
…Waaßt wos ma schenkt? So an Schaas im Plastik, des wos sie auflöst, wonnst es ins Wosser haust.
… Jo genau. Des Plastik is donn weg und des Handtiachl liegt im Wossser.
… Na jo, sicha is donn nass.
… Jo donn losst es hoid trocknan. Du bist scho a hilfloser Wappler monches Moi.
… Na weil’s wohr is.
… Jo, und donn losst es trickan und donn host a Hondtiachl.
… Na ned groß. Des is jo nur a winziges Packerl gwesen.
… Na sicha is a Hondtiachl drin a gonzes. Owa nur a klaans. Brauchst ned glauben, doss do wos eine passt. Für mein Bimpfi reichts grod.

Too. Much. Information.

© Eiki

Freitag, 12. Juni 2015

Positive Leitung: besetzt.



Darf ich vorstellen? Eiki’s neuer Installateur.

Installateur kommt inkl. Lehrbub zu Eiki um die Dusche neu abzudichten und den Wasserhahn in der Küche zu erneuern.

Installateur (kommt die Stufen in den 7. Stock rauf, statt den Lift zu nehmen): „Hngnmmmhgn.“
Eiki: „Na, in aller Früh schon so sportlich?“
Installateur: „Geht ma scho wohi… I schwitz wia a Sau, owa der Aufzug wor weg.“

Während Installateur und Lehrbub im Bad arbeiten, versucht Eiki selbiges im Wohnzimmer. Folgende Schrei-Ausbrüche ereilen sie zwischenzeitlich:

„Orsch Messer, jetzt is des zum zweiten Moi obrochen.“

„I scheiß auf die Dichtung.“

„Der Wappler hod des braune Silikon eipockt, der Hinige.“

„Jetzt homma a Schaustück mit vom Wosserhohn… Des is so a Floschen!“

„Der scheiß Konstrukteur vo de Wosserhähne soit amoi probieren, doss er in so a Kastl einekreut. Owa in mein Olter, inklusive Kreizweh… Donn wird a sehn, wos er für a Heisl is.“

Eiki’s persönliches Highlight war jedoch zum Thema Parkschein:

„Geh in Orsch, jetzt samma do scho üwa 2 Stund… i hob sicher an Strofzettel. Des is jetzt scho de dritte Strof, de i kriag in dem Monat. Zwa für Schnellfohren. Do konn i nix dafir….

… Owa i homma des eh üwalegt, i zoih nix. I loss mi liaba eisperren und sitz de Strof ob. Des hod nur Vorteile… Do muasst nix zoihn, sitzt den gonzen Tog umanonda und konnst Korten spün….

… Und hackeln muasst a nix. Do vadiehn i in 2 Tog mehr ois in da Orbeit, wonn i de 170€ Strofzettel in 2 Tog ositz. Na i hoff, die kumman mi on am Montag hoin.“

Es geht nichts über motivierte Mitarbeiter.

© Eiki

Freitag, 5. Juni 2015

Fremdschämen



Menschen, die in der Öffentlichkeit mit HC Strache Kapperln herumrennen, sind ganz eigene Typen. Bereits beim Anblick keimt spontan Sympathie und Nächstenliebe auf. Wenn sie dann aber auch noch mit einem sprechen, erwärmt sich wohl jedes Herz.

Kapperltyp (stellt sich bei der Straßenbahnstation neben einen Herren, den er offensichtlich nicht kennt): „No, wie homma`s?“
Herr schaut verwirrt.
Kapperltyp: „Gfrogt hom me scho vüle ‚wie wor de Untersuchungshaft?‘, owa ehrlich gesagt konn i do nur antworten: schee wor’s und i dätt’s genauso wieder mochen.“
Herr: „Aha.“ (dreht sich weg)

Kapperltyp (unbeirrt): „Du frogst di vielleicht, wos hod er üwahaupt gmocht? Hod er wem eine geben? Hod er ned!“
Herr (wirkt erleichtert): „Supa.“ (geht weg)

Kapperltyp (wendet sich natürlich Eiki zu): „Rassist hom’s gsogt zu mir. Owa mir is des wurscht.“
Eiki hofft, dass rasch die Straßenbahn kommt.
Kapperltyp: „I bin ka Rassist. Oder bin i a Rassist? Nur weil i zu de gschissanen Ausländer wos sog? Und waaßt, wos i gsogt hob? ‚Durt,  wo i in meim Leben scho higackt hob, wirst du ned amoi schnuppern diafen.‘ Des hob i gsogt.“ (kurze erwartungsvolle Pause) „Bin i deswegen a Rassist?“

Fremder Mann (schaltet sich ins Geschehen ein): „Sie san a Rassist und a Trottel, der ned vasteht, doss ka Sau interessiert, wos er zum Sogen hod.“
Kapperltyp (zu Eiki): „Des is sicha a Ausländer.“

© Eiki

Sonntag, 24. Mai 2015

Gisela, do muasst durch



Eine ca. 60-jährige Dame sitzt in der Straßenbahn und merkt nicht, dass ihr Handy läutet. Trotz des an Penetranz kaum zu übertreffenden Klingeltons wird sie erst beim dritten Anruf darauf aufmerksam und will abheben. Da sie Lederhandschuhe trägt, reagiert der Touchscreen nicht und sie hebt schließlich mit der Nase ab.

Dame (hektisch): „Jo? Hallo? Verstehst mi?“

Sie schaut verwirrt aufs Display und schüttelt den Kopf.

Dame (hält sich das Handy wieder ans Ohr): „Tante Traude? Jo! Hallo! Grüß dich! Servus!“

 „Jo, du des tuat ma Laad. I hob ned obheben kennan, wegen den Handschuhen.“

„Do host Recht! I sog immer, Gisela, do muasst durch. Du host des Handy kriagt, jetzt nimmst es a mit.“

„Genau. Deshoib hob i gsogt: Gisela, do muasst durch.“

„Jo, i bin jetzt unterwegs. Na i fohr zum Orzt. Jo, i waaß, so frühe Termine san bled… Owa i sog immer: Gisela, do muasst durch.“

„Und wie geht’s dir? Aso? Na i hoff eh a. Owa do muass ma durch. I sog des a imma zu mir.“

„Guad, donn loss ma den Hans schee griaßen. Gö? Danke. Bussi Baba“ (Kussgeräusche) „Wos? Aso. Jo, na sog erm, er soi einebeißen. Er mocht des. Do muass er jetzt durch. Bussi. Baba, Traude!“ (Kussgeräusche) „Jo, dir a! Bussi!“ (Kussgeräusche).

Dame (legt auf und sinniert): „Na jo. Do muass i jetz durch.“

© Eiki

Sonntag, 19. April 2015

Schwöre Möhre



Ein neues Kapitel aus der Reihe „Eiki kann man in der Öffentlichkeit nicht alleine lassen“ wird aufgeschlagen.

Freitag Abend – Eiki befindet sich in einer Bar mit zwei Freunden, welche gleichzeitig das stille Örtchen aufsuchen. Eiki bleibt alleine am Tisch zurück.

Wenige Sekunden später wird Eiki von einem ca. 30-jährigen Mann angesprochen.

Mann (bereits schwer vom Alkohol gezeichnet): „Ssstschuldigung! Darf ich hier rauchen?“
Eiki: „Ja.“
Mann (sieht das als persönliche Einladung bei Eiki Platz zu nehmen und streckt ihr die Hand hin): „Hallo! Sturzbetrunken.“
Eiki: „Freut mich. Weniger sturzbetrunken.“

Mann (zündet sich verträumt eine Zigarette an und wendet sich wieder Eiki zu): „Und? Wosss mochss sdu so?“
Eiki: „Ich überleg grad, welchen Cocktail ich nehmen soll.“
Mann: „Aha. I hoff, du wohnst ned im 19. Bezirk.“
Eiki: „Nein, warum?“
Mann: „Weil i do olle Leitungen fürs Telefon valeg.“
Eiki: „Aha.“

Kurze Pause. Eikis Freunde kehren zurück und wundern sich über die neu gewonnene Gesellschaft. Da sich der Mann mehrminütig nicht mehr abschütteln ließ, wurden sie Zeugen vieler geistig hochwertiger Wortmeldungen. Hier ein kleiner Auszug.

„I geh gern ins Pensionistenheim und verleg dort Leitungen… wenn ihr wissts, wos i maan.“ (inklusive verführerischem Augenzwinkern) „Und a Trinkgeld gibt’s durt a in jedem Zimmer.“

„In monchen Wohnungen is da Boden so pickat, doss ma vo allanig de Schuach ausziagt.“

Mann nimmt das soeben gebrachte neue Getränk eines Freundes von Eiki: „Trinkst du des no?“

„De Lehre dauert 3 Johr. Ob dem vierten Johr wor’s orsch.“ (Zwischenfrage: „Und, wie lang bist dabei?“) „15 Johr.“

„Wonn a fesche Frau aufmocht, sog i imma: Zeigen’S ma bitte ihre Dose!“

„Schwöre Möhre! A1 is a Schaas.“

„Wenn du mit rauchen und saufen anfangst, hör nie auf!“

Wieder was gelernt.

© Eiki