Donnerstag, 19. Oktober 2017

HOW TO - Ausgabe 2: Zigaretten-Rauchen



Teil 2 der wichtigen Gebrauchsanleitungen für den Alltag. Heutige Ausgabe: Erfolgreiches Rauchen!


10 Regeln für erfolgreiches Rauchen


Regel 1: Die wichtigste Regel vorweg: Rauchen Sie viel und ständig. Ignorieren Sie ewige Schlechtmacher und widerliche Nichtrauchende. Die Pensionsversicherung wird es Ihnen auf Ihrem Begräbnis danken. 

Regel 2: Warnhinweise auf Zigarettenpackungen sind allenfalls eine abstrakte Horrorstory. Nehmen Sie sich nicht ernst. Bilder von Raucherkrankheiten ebenso wenig. Wen interessiert es, ob Ihre Lunge schwarz ist? 

Regel 3: Lassen Sie auch Ihre Kinder schon früh am Passivrauchen teilhaben! Man kann nicht früh genug damit beginnen, gute Vorbilder zu haben. 

Regel 4: Die Straßenbahn kommt, Sie haben aber noch nicht ausgeraucht? Nehmen Sie den tiefsten Zug ihres Lebens, so dass es Sie bis zu den Zehen mit Nikotin erfüllt und schnipsen Sie Ihre Tschick elegant weg. Atmen Sie bitte erst nach Betreten der Straßenbahn aus, damit alle etwas davon haben. 

Regel 5: Rauchen Sie vor allem in der kalten Jahreszeit so viel wie möglich, um regelmäßig mit Bronchitis in den Krankenstand gehen zu können. 

Regel 6: Rauchen Sie bitte nicht nur im Raucherbereich, sondern überall. Zeigen Sie sich verständnislos, wenn Sie vom Nachbartisch um das Ausdämpfen Ihrer Zigarette gebeten werden. Sorgen Sie dafür, dass das Intervall zwischen 2 Zigaretten max. 5min beträgt. 

Regel 7: Konzerte, bei denen in der Veranstaltungshalle Rauchen verboten ist? Zünden Sie sich trotzdem eine Tschick an und trinken Sie einige Biere um Ihre Erinnerung an Rauchverbote auszulöschen. 

Regel 8: Nützen Sie Menschentrauben um unauffällig Brandlöcher in fremde Kleidungsstücke zu brennen. Bedenken Sie bitte, dass bald die Christkindlmarkt-Zeit kommt, wo man unter Einfluss alkoholischer Punschdämpfe auch herrliche Engelsmuster und Schneeflocken erschaffen kann. Benutzen Sie dafür vor allem hochwertige Wintermäntel, um Ihrer Kunst das entsprechende Publikum zu ermöglichen. 

Regel 9: Belächeln Sie Nichtrauchende so oft wie möglich. Am besten schließen Sie sie überhaupt aus und geben wichtige Informationen nur in Rauchpausen im Hof weiter. Wer sich schlecht integriert fühlt, muss selbst den ersten Schritt setzen und den Glimmstängel ebenfalls ergreifen. 

Regel 10: Zeigen Sie offen, dass Sie geraucht haben und werfen Sie Ihren Tschick-Stummel bitte nicht in den Mistkübel, sondern auf den Boden. Am besten dämpfen Sie Ihre Zigarette auch nicht aus, sondern lassen sie weiterhin am Boden oder im Zigarettenmüll brennen, so dass der Gehsteig zum schamanischen Rauchpfad wird. Zeigen Sie sich amüsiert über irritierte Blicke.

Gutes Gelingen bei der Umsetzung!


© Eiki

Dienstag, 17. Oktober 2017

Weisheiten für schöne und schirche Leute



Direkter Einstieg in eine ansprechende Unterhaltung bei der U4 Stadtpark.

Bursch: „Also ich find den Sebastian schirch.“
Mädel: „Du bist so oberflächlich!“

Sebastian nähert sich.

Mädel: „Sebastian, er is ur gemein zu dir!“ (deutet auf Bursch) 
Bursch: „Sebastian du bist schirch.“
Sebastian: „Was is du Worma?“
Bursch: „Na du bist schirch! Nix is sonst!“
Sebastian: „Sagst grad du. Schau dich amal an.“ 
Mädel (lacht): „Ihr seids beide schirch.“
Bursch: „Dann bist du aba auch schirch.“ 
Sebastian: „Gut. Simma alle drei schirch.“

Nach dieser wichtigen Übereinkunft herrscht kurz Ruhe.

Sebastian (bricht das Schweigen): „Irgendwer findet uns sicher trotzdem schön.“
Bursch: „Schau, meine Oma hat immer gsagt: Wenn du später einmal schön bist, bringt dir das viele Frauen, aber wenig gute Frauen.“
Mädel: „Blödsinn. Mein Onkel sagt immer: Schirche Leute haben schöne Kinder.“
Bursch: „Soll ma jetzt Kinder machen oder was?“
Sebastian: „Gusch! Ich hab noch was Besseres. Meine Mama sagt: Du musst nicht schön sein zum was erreichen. Aber es hilft.“

© Eiki

Donnerstag, 12. Oktober 2017

HOW TO - Ausgabe 1: U-Bahn-Fahren




Herzlich Willkommen zu dieser neuen Serie von Unfasslich. „How to“ beschäftigt sich mit Gebrauchsanleitungen für alltägliche Dinge. Heutige Ausgabe: U-Bahn-Fahren!

10 Regeln für erfolgreiches U-Bahn-Fahren

Regel 1: U-Bahn-Fahren ist langweilig, das wissen wir alle. Deshalb bitten wir Sie, jegliches Telefonat in die U-Bahn zu verlegen, um anderen Menschen die Zeit zu vertreiben. Bitte sprechen Sie laut und deutlich, damit Sie alle verstehen können.

Regel 2: Sie haben Körperflüssigkeiten? Behalten Sie das keinesfalls für sich! Erfreuen Sie doch stattdessen Ihre Mitmenschen direkt in der U-Bahn an Ihrem Rotz, Schlatz oder weiter unten angesiedelten Flüssigkeiten. Hier gilt: mehr ist definitiv nicht weniger und Handvorhalten war gestern.

Regel 3: Geruchsintensive Getränke und Speisen sollen verboten sein? Geh bitte… Dabei haben doch wirklich alle etwas davon, wenn Sie bereits um 6h10 ihr 500ml Redbull runterstürzen (inkl. Rülpser danach) oder nach der Arbeit ein Dürüm in der U1 einwerfen!

Regel 4: Die U-Bahn ist zu spät? So geht’s nicht! Lassen Sie es uns wissen, dass Sie über die Zustände verärgert sind. Denn wie uns allen klar ist, kommt durchs Aufregen die U-Bahn deutlich schneller!

Regel 5: Deo? Na, Oida? Sowas von 20. Jahrhundert! Warum nicht auch olfaktorisch ganz klar das Revier markieren? Sollten Sie unsicher sein, ob ihr Achselgeruch reicht, waschen Sie sich zur Sicherheit mehrtägig nicht und essen Sie Bohnen. So schnell können Sie gar nicht schauen, wie Sie endlich das Ihnen zustehende eigene 4er-Abteil bekommen.

Regel 6: Reden Sie andere Leute an! Menschen mögen das!

Regel 7: Wenn Sie gerne Musik hören, ist die U-Bahn der ideale Ort, um Ihrer Leidenschaft nachzugehen. Und verwenden Sie ja keine Kopfhörer, Sie egoistische Person! 

Regel 8: Bitte lassen Sie niemanden aussteigen, bevor Sie einsteigen. Drängen Sie sich einfach durch. Falls Ihnen das schwer fällt, stellen Sie sich zur Eingewöhnung einfach mal direkt in die Mitte der Türen, um aussteigenden Personen das Vorbeikommen zu erschweren. Steigern Sie Ihr Verhalten langsam aber stetig.

Regel 9: Ihre Tasche verdient einen Sitzplatz, so viel steht fest. Egal, wie viele Leute sich sonst hinsetzen wollen. First come, first serve. Keine Tasche dabei? Bitte spreizen Sie zumindest die Beine soweit wie möglich, um der benachbarten Person das normale Sitzen nonverbal zu untersagen.

Regel 10: Sollten Sie keinen Sitzplatz mehr bekommen, stehen Sie bitte direkt im Eingang und halten Sie die ganze Partie auf. Ignorieren Sie Lautsprecherdurchsagen, die Sie zum Verlassen des Lichtschrankens auffordern. Schließlich wissen nur Sie selbst am besten, was gut ist.

Wir danken für Ihr Verständnis!

© Eiki

Dienstag, 10. Oktober 2017

Öffi-Unterhaltungen 14



Mi, 4. Oktober 2017 – 16h04

Für alle Liebhaberinnen und Liebhaber der U6 mit allen ihren Gestalten, hier ein weiteres Schmankerl. 

Ein Opa sitzt mit Enkel in der Ubahn und tippt am Handy herum. Plötzlich öffnet sich ein Video mit einem tanzenden Mann in Badehose.

Opa: „Aha. Wos is des bitte?“ (richtet sich Brille und hält Handy weit weg) „Aha. Des is a Nockerter, der um an Pool tanzt.“

Umliegende Menschen zeigen sich amüsiert.

Opa: „Gfoit ma. Sog i ehrlich. Oba warum is des bitte auf meinem Handy?“
Enkel (ca. 10 Jahre alt): „Opa, du musst einen Adblocker installieren.“
Opa: „An wos?“
Enkel: „Einen Adblocker!“
Opa: „Na i glaub ned. Wos is des?“
Enkel: „Dann kommen keine solchen Videos von allein!“
Opa: „I installier do übahaupt nix. Oba des wor a no nie, doss so a Video kumt.“ (hält dem Enkel das Handy hin) „Schau du amoi!“

Enkel nimmt Handy und tippt herum.

Enkel: „He, du hast Whatsapp!“
Opa: „Wos hob i?“
Enkel: „Whatsapp!“
Opa: „Aha. Und des is ned guad, oda wos? Deswegen kumman so nockerte Videos?“
Enkel: „Vielleicht hat dir das wer dort gschickt?“
Opa: „Na i schick gor nix!“
Enkel: „Nicht du! Vielleicht hat’s wer anderer dir gschickt? Ich schau mal.“

Enkel bearbeitet das Handy. 

Opa: „Und, von wem is des Video?“
Enkel: „Von der Oma.“

© Eiki