Montag, 22. September 2014

We really no speak americano.



Die paar warmen Sonnenstrahlen genießt man gerne am Naschmarkt. Umso erfreulicher wird es, wenn sich am Nebentisch ein Sprach-Spektakel der Sonderklasse abspielt. 

Folgendes Szenario:
 -       Zwei junge Amerikanerinnen (A1 und A2) beide um die 25 nehmen am Nebentisch Platz
-        Charmanter österreichischer Kellner (CÖK) ca. 47,5 eilt sofort zu ihnen

A1 und A2 blicken ihn erwartungsvoll an

CÖK: „Wisst’s scho, wos trinken woid‘s?“
A1:  (verwirrt) “English please!”
CÖK: “Oha! You know, whot de drinkn woid’s?”

Fragende Blicke seitens A1 und A2

CÖK: „You know… the drink?“
A1 und A2: “Aaaah!” (bestellen glücklich zwei “weiiiße sprrrrriiiizzza”)

CÖK kehrt mit zwei weißen Spritzern zurück (wer sagt‘s denn!).

CÖK: „Sodala. Do san’s. Wos woid’s ‘n essen?“

Erneut fragende Blicke. CÖK hat plötzlich Eingebung.

CÖK: „AH! So sorry! And for the eat?“

A1 und A2 bestellen mittlerweile schmunzelnd ihr Essen.

A1: nach 30min glücklichem Speisen in plötzlicher Bezahl-Laune „Check please!“
CÖK: „Wos woid’s?“
A1: „English please!“
CÖK: „You want what?“
A2: „We would like to pay.“
CÖK: „Haha, Toupee! Haha, es seid’s leiwand. Jojo, kum glei! Ah, sorry: Come gly.”

Unfasslich.

© Eiki

Samstag, 6. September 2014

Ollas Schaben.



Jackpot! Es gibt zwei neue Irre bei Eiki’s Merkur!

Eiki steht beim Gemüse und überlegt was sie nehmen soll. 10m entfernt ein langhaariger Mann mit leicht wackeligem Gang.

Langhaar (ca. 35): „Schaben, ollas Schaben.“

Eiki zückt das Notizbuch.

Langhaar: „Kawumm! So mocht’s! Des sog i eich.“ (schnappt sich irgendein Sekt-Frucht-Gesöff aus einem Regal und nimmt einen Riesen-Schluck) „Schaben! Üwarall! Nix ois Schaben!“ (nimmt noch einen Schluck) „Jetzt kum i und i dawisch eich!“

Fünf Minuten später steht Eiki an der Kassa und legt ihre Artikel aufs Förderband. Plötzlich nähert sich ein ca. 60-Jähriger Mann mit wehender Alkoholfahne.

Alkfahne (schmeißt seine Sachen wild aufs Förderband): „GESINDEL!“

Seine Sachen fliegen teilweise am Boden und teilweise auf Eiki’s Sachen drauf.

Eiki (gibt seine Sachen wieder weg von ihren): „Das sind glaub ich Ihre.“
Kassiererin (zu Eiki): „Keine Sorge, den kenn i scho…“
Alkfahne: „MEUTE! RUDEL!“
Kassiererin: „Rudi, reg di ned so auf!“
Alkfahne: „GESINDEL!“

Eiki zahlt gerade.

Alkfahne: „Schleichen soi sa se! DE BAGAGE!“ (zur Kassiererin) „Früher hom’s de olle aufghängt!“
Kassiererin (redet wie vom Tonband): „Alle aufgehängt. Und in Tonnen verpackt. Und ins Meer ghaut. Ja, Rudi.“
Alkfahne (deutet auf die Kassiererin): „Meine Worte! A gscheide Frau!“

Ich wart ja nur drauf, dass bald mal ein Friends of Merkur Gutschein mit einer gratis Therapiestunde herein flattert. Verdient hätt ich ihn.

© Eiki

Montag, 28. Juli 2014

Ausgeliefert.



Eiki möchte mit dem Auto in die Garage fahren, leider wird die Einfahrt allerdings von zwei großen Lieferwägen versperrt und die halbe Straße ist voller Getränke-Palletten. Die Wartezeit wird ihr aber durch die Unterhaltung eines Fahrers mit einem Anrainer versüßt.

Anrainer: „No serwas, Se hom owa vü zum Zaaahn.“
Fahrer: „Najo, des is bringt da Beruf so mit sich. Owa es geht scho…“ (deutet auf seine Oberarme) „…i bring jo Gott sei Donk a bissal a Masse mit!“
Anrainer: „Se san a Bär, mecht i sogen!“
Fahrer (verlegen): „Owa geh… A bissal trainieren tua i hoid.“

Anrainer (blickt sich um): „Derf i Se wos frogen….“
Fahrer: „Immer gerne! Der Kollege hackelt eh grod, do hob i an Moment!“
Anrainer (spricht Eikis Gedanken aus): „I vasteh jo ned wirklich, warum ma se do genau vor de Eifohrt stölln muass…“
Fahrer: „Jo, najo… jo… Is hoid am afochsten, sog i jetzt amoi.“
Anrainer: „Owa do kummt ja niemand in die Garage eine…“ (deutet auf Eiki und ein weiteres Fahrzeug hinter ihr) „…de worten durt jo scho!“

Fahrer verstummt.

Anrainer: „Hom sa Se des üwalegt?“
Fahrer: „Jo, es is jo nur kuaz…“
Anrainer (geht haaß): „Nur kuaz? Oiso so wie mia des scheint, brauchen Se mindestens no a hoibe Stund um des ollas auszuloden…“
Fahrer (geht zu einem Stapel hin und beginnt ihn wegzuziehen): „Najo, zehn Minuten maximal! I tummel mi eh scho!“
Anrainer: „Owa eigentlich erst, seit i do amoi den Mund aufmoch und wos sog, oda?“

Der Kollege des Fahrers kommt wieder.

Kollege: „Herst, vü host du owa jetz ned weida brocht… Wos is mit dir?“
Fahrer: „I hob a kurze Unterhaltung ghobt. Dschuidige!“
Kollege: „Und siagst du ned, doss do scho de Autos wortn?“
Fahrer (schuldbewusst): „Jo, i siags eh…“

Anrainer (schaltet sich ein): „Oiso wonn i kuaz zusammenfossen derf: Bled seids olle zwa, weil wer se vor a Garageneifohrt von an Riesen-Wohnbau stöllt und glaubt, doss do a Viertelstund kana fohrt, der hod – mit Verlaub – scho an hucken.“

© Eiki

Sonntag, 20. Juli 2014

Indisch zum Mitnehmen



Eiki bestellt im kanadischen Calgary ein Taxi auf den Namen „Barbara“, da Erfahrungswerte ein mangelndes Verständnis des Kürzels „Babsi“ aufzeigen. Schon kurze Zeit später trifft das Taxi ein und Eiki steigt nichtsahnend ein. 

Anmerkung: In Ermangelung adäquater Indisch-Kenntnisse werden einige Teile dieser Konversation nicht angemessen wiedergegeben. 

Eiki: „Hi!!“
Taxler: „HELLO MY GIRL! ARRR YOU BARRRRBARRRA????“
Eiki: “Yes.”

Nach kurzer Routenbeschreibung, ging’s schon weiter.

Taxler: „SHEEERRRR CANNOM?“
Eiki: „Sorry?“
Taxler: „WHEEERE YA FROM?“
Eiki: „Austria.“
Taxler (beginnt zu singen): „AUUUUSTRIIIIIAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!“ (leicht geistesgestörtes Lachen) „Sanooori ganoshallanambako.“
Eiki: „Sorry?“

Taxler schweigt. Eiki schweigt halt auch.

Taxler: „Gjuhniii kamagoook saaaangaloo?“
Eiki: „Sorry?“
Taxler: „Agnuuu ghi sakbhaaano.“ (kurze Pause) „Hooolaaanghahi?“
Eiki: „Sorry?“
Taxler: „How loooong ya heeeerre?“
Eiki: „Two weeks!“
Taxler (singt): „ONLY TWOOO WEEEEKS! Two weeeeks. Twooo weeeks.“ (geistesgestörtes Lachen)

Eiki überlegt den internationalen Notruf schon mal am Handy vorzuwählen.

Taxler: „Thooo neik Curry?“
Eiki: „Sorry?“
Taxler: „You like Curry?“
Eiki: „Yes, I love it.“
Taxler (schreit): „SHEEE LOOOVES IT!“ (singt weiter) „LOVE CURRY. CURRY LOVE.“

Nach einigen weiteren Minuten Indisch für Fortgeschrittene stellt Eiki fest, dass der Taxler ein Headset hat und schon die ganze Zeit telefoniert.

Eiki (endlich am Ziel angekommen für eine kleine Lüge zu haben): „Thank you very much!“
Taxler: „Have great day!“ (geitesgestörtes Lachen) “Shongaloooo ghjiii maa gadosh!”

Ebenfalls.

© Eiki

Montag, 7. Juli 2014

Turbulent



Der Moment, wenn man im Flugzeug zwischen zwei Unbekannten sitzt, die beide den Flug auf ihre eigene Art und Weise zum Hochgenuss machen.

Eiki hat bereits einen 10h Flug hinter sich und muss nun noch einen 3h Flug zur finalen Destination auf sich nehmen. Ihre Sitznachbarn: eine ca. 28-Jährige Gewitter-Philosophin und ein ca. 45-Jähriger Frauenversteher. Hier die Übersetzung des Gesprächs.

Frau (zieht ihre Schuhe aus): „Ja, heute sind einige Stürme hier angesagt. Genau wenn wir starten. Wird sicher nett.“
Eiki (versucht über den eintretenden Käse-Geruch hinwegzuriechen): „Oh, sehr nett.“
Frau (legt einen Käsefuß über das Knie um das Aroma besser zu verteilen): „Ja, ich war vorher auf der Ostküste bei einer Hochzeit… Da war dann auch Gewitter, wie wir weggeflogen sind.“
Eiki (gibt sich Mühe die Käse-Atmosphäre mit Scherzen zu überwinden): „Aha, also hast du das gleich mitgebracht?? Vielen Dank!“
Frau: „Haha! Aber weißt du was, wenn wir dann landen, soll dort auch gerade Gewitter sein! Also sicher viele Turbulenzen.“
Eiki: „Großartig!“

Mann neben Eiki (zu seinem Bekannten, der eine Reihe weiter sitzt): „Die eine Stewardess hat aber auch schon bessere Zeiten gesehen! Schaut aus wie aus den 70er Jahren!“
Freund lacht.
Mann: „Überhaupt ziemlich viele seltsame Weiber hier an Bord find ich. Aber auch ein paar Scharfe…“ (lehnt sich zu einer Dame, die schräg hinter ihm sitzt) „Na, hallo! Wie geht’s?“
Dame hinter ihm (lächelt): „Gut, danke! Und dir?“
Mann: „Na jetzt geht’s mir großartig!“
Mann (zwinkert seinem Freund zu): „Siehst. Hab alle im Griff.“

Käsefuß-Frau neben Eiki: „WOW voll große Regentropfen. Spürst du schon den Wind?“
Eiki (würde sich frischen Wind durchaus wünschen): „Na ein Bisserl wackelt das Flugzeug schon!“
Käsefuß-Frau: „Und das obwohl wir noch parken! Wird sicher ein wackeliger Start!“
Eiki: „Großartig.“
Käsefuß-Frau: „Also einmal, vor ein paar Jahren, da war ich in soo argen Turbulenzen, das muss ich dir erzählen…..“

Ich weiß ehrlich nicht, wie ich das überstanden hab.

© Eiki