Sonntag, 19. April 2015

Schwöre Möhre



Ein neues Kapitel aus der Reihe „Eiki kann man in der Öffentlichkeit nicht alleine lassen“ wird aufgeschlagen.

Freitag Abend – Eiki befindet sich in einer Bar mit zwei Freunden, welche gleichzeitig das stille Örtchen aufsuchen. Eiki bleibt alleine am Tisch zurück.

Wenige Sekunden später wird Eiki von einem ca. 30-jährigen Mann angesprochen.

Mann (bereits schwer vom Alkohol gezeichnet): „Ssstschuldigung! Darf ich hier rauchen?“
Eiki: „Ja.“
Mann (sieht das als persönliche Einladung bei Eiki Platz zu nehmen und streckt ihr die Hand hin): „Hallo! Sturzbetrunken.“
Eiki: „Freut mich. Weniger sturzbetrunken.“

Mann (zündet sich verträumt eine Zigarette an und wendet sich wieder Eiki zu): „Und? Wosss mochss sdu so?“
Eiki: „Ich überleg grad, welchen Cocktail ich nehmen soll.“
Mann: „Aha. I hoff, du wohnst ned im 19. Bezirk.“
Eiki: „Nein, warum?“
Mann: „Weil i do olle Leitungen fürs Telefon valeg.“
Eiki: „Aha.“

Kurze Pause. Eikis Freunde kehren zurück und wundern sich über die neu gewonnene Gesellschaft. Da sich der Mann mehrminütig nicht mehr abschütteln ließ, wurden sie Zeugen vieler geistig hochwertiger Wortmeldungen. Hier ein kleiner Auszug.

„I geh gern ins Pensionistenheim und verleg dort Leitungen… wenn ihr wissts, wos i maan.“ (inklusive verführerischem Augenzwinkern) „Und a Trinkgeld gibt’s durt a in jedem Zimmer.“

„In monchen Wohnungen is da Boden so pickat, doss ma vo allanig de Schuach ausziagt.“

Mann nimmt das soeben gebrachte neue Getränk eines Freundes von Eiki: „Trinkst du des no?“

„De Lehre dauert 3 Johr. Ob dem vierten Johr wor’s orsch.“ (Zwischenfrage: „Und, wie lang bist dabei?“) „15 Johr.“

„Wonn a fesche Frau aufmocht, sog i imma: Zeigen’S ma bitte ihre Dose!“

„Schwöre Möhre! A1 is a Schaas.“

„Wenn du mit rauchen und saufen anfangst, hör nie auf!“

Wieder was gelernt.

© Eiki

Dienstag, 24. März 2015

Kein Pardon.

Eine blondierte Dame, ca. 70 Jahre, wartet beim Griechen auf einen etwas älteren Freund mit Glatze.

Er (betritt das Lokal): „Hngm.“
Sie (springt auf): „Servus, hallo, grüß dich, servus. Geht’s dir gut? I wor schon in Sorge, weil du zspät kommst!“
Er (keucht): „Bin verkühlt. Woit gor ned kommen.“
Sie: „Owa geeeh. Wir treffn uns do jedn Sundog doda.“ (deutet auf einen Sessel) „Do, setz di hin und gib a Ruah.“

Er nimmt Platz und öffnet die Speisekarte.

Bedienung (zu ihm): „Grüß Sie, was wollen Sie denn trinken?“
Er schaut verwirrt. Sie: „I glaub er nimmt an Kräutertee heute.“
Bedienung ab.
Er: „I wü owa kann Kräutertee.“
Sie: „Des trinkst jetzt."

5min später. Die Bedienung bringt ihm den Tee und möchte die Essensbestellung aufnehmen.

Sie: „Ich hätt gern den Seelachs bitte.“
Bedienung (zum Mann): „Und für Sie?“
Er: „I wü gor nix. I hob kan Hunga.“
Sie: „Geh nimm da doch a Supperl. A Hühnersuppe.“
Er: „Hnhgmn. Soi i ma des nehman?“
Sie: „Na sicha. I datt ma des nehman. (zur Bedienung) „Er nimmt a Hühnersupperl.“
Bedienung ab.
Er: „I wü owa ka Hühnersuppn.“
Sie: „Des isst jetzt gfölligst.“

Beide beginnen schweigend Zeitung zu lesen.

Er (startet einen letzten Rettungsversuch): „Warum bestöhst du ma dauernd Sochen, de i ned wü?“
Sie: „Wonns di so nervt, dättst ned jeden Sundog mit mir essen geh.“
Er: „Na i werd jo no mei eigene Meinung hom diafn?!“
Sie: „A Ruah is.“


© Eiki

Freitag, 13. März 2015

Wie werde ich ein echter Wiener - Lektion 1



Der gemeine Wiener ist allwissend, der Höflichkeit eher ab-, dem Granteln dafür umso zugeneigter. Und wenn ihm trotz seiner Herrlichkeit einmal was Negatives passiert, dann ist es sicherlich die beste Lösung die Schuld einfach jemand anderem zuzuschieben. Um das Ganze zuhause besser üben zu können, hier eine Fallstudie.

Fallstudie: Im Supermarkt

Ein ca. 60-Jähriger Mann kauft im Supermarkt gefühlte fünfzig Weinflaschen. Da diese in einem Karton verpackt sind, muss er bei der Kassa eine der Flaschen herausnehmen, damit die Kassiererin sie scannen kann.

Mann: „Na geh bitte, so a Schaas!“ (fummelt am Karton herum) „Wieso kennan Sie des ned von do sehn, wos drin is?“
Kassiererin: „Na ich seh’s schon, aber ich muss es scannen auch.“
Mann (fasst die Situation zusammen): „Unnedig.“

Mann werkelt längere Zeit am Karton herum, bis dieser wider Erwarten doch bei der strichlierten Linie mit „Hier öffnen“ zu öffnen ist.

Mann (hält der Kassiererin eine Flasche hin): „So… do hommas.“
Kassiererin: „Danke.“ (scannt die Flasche) „Wie viel homs jetzt davo?“
Mann: „Na vieradreißig natürlich!“ (Natürlich.)

Kassiererin tippt alles ein und gibt dem Mann die Flasche zurück. Mann möchte diese genervt wieder in den Karton geben, stößt allerdings seitlich am Einkaufswagen an und zerbricht die Flasche. Rotwein im gesamten Kassenbereich.

Mann: „Geh scheiße! So a deppater Hundsdreck bleder!“
Kassiererin (reicht ihm Küchentücher zum Abtrocknen seiner Hände und hält ihm den Müllkübel hin): „Oje!“
Mann: „Des zoih i fix ned! Nur wegan dem Orschsystem, doss ma des ausse nehman muass!“
Kassiererin: „Na das müssen sie schon zahlen!“
Mann: „Es wor jo ned meine Schuid, doss i des ausse nehman muass! So a Frechheit!“

Mann zahlt schließlich doch.

Mann (beim Weggehen): „Des is a Frechheit und i werd Sie anzeigen! I man i bin jo do des orme Schwein!“

© Eiki

Montag, 2. März 2015

Hundezone LIVE!



Eiki genießt es wirklich von ganzem Herzen in der Hundezone Gespräche mitzuhören. Es nimmt fast schon Öffi-ähnliche Ausmaße an. Hier ein paar Auszüge.

Erlebnis 1
Mann (zu einer jungen Frau): „Sogn Se is des ihr Hund, der do hinten des Sitzbankl frisst?“
Frau: „MARLBOROUGH! Komm her! AUS! MARLBOROUGH!“
Mann: „Mia is jo wurscht, i setz mi do eh ned hi. Owa fressen muass ers jo a ned.“
Frau: „MARLBOROUGH!“
Hund ignoriert das gekonnt.
Mann: „Se hom den Hund owa ned wirkli unter Kontrolle, oda?“

Erlebnis 2
Mann mittleren Alters berichtet völlig fremden Personen aus seinem bewegenden Leben.
Mann: „Jo, Sie miassn si jo vurstelln, i bin a allllleinaaaziehenda Voter vo zwa Kinda. Und de Mutter is im Häfen. Oiso jetzt nimma. Und se is mei Exfrau. I hommi jo glei scheiden lossen. Glaubst do kriag i an Cent ois Voter? Na. De Frauen kriagen ollas in Oasch gschoben und i steh deppat do. Owa wissen Sie wos sogt, mei Ex? Sogts zu mir: „Bei da Scheidung bist eh no guad ausgstiegen. I hätt no mehr valongen kennan.“ Is a Frechheit. Frauen homs üwahaupt leicht. De kriagen üwaroi Göd. Üwaroi! Ois Frau brauchst nur wohi geh, kriagst scho des Göd.“

Offensichtlich macht Eiki irgendwas falsch.

Erlebnis 3
Alte Dame: „Na jo, und donn hom Sie sich glei zwa Hund gnomman?“
Junge Dame: „Jo, wir hom uns docht, des is besser. Wegan der Gesellllschaft.“
Alt: „Aso. Na jo. Und wieso hom Sie’s ned glei kastriert?“
Jung: „Homma eh. Nur wir hom scheinbor de Frist um 11 Tog vasaaamt.“
Alt: „Und wos is jetzt?“
Jung: „Na jetzt homma Butzis. Und ans woi ma uns behoiten.“
Alt: „Und san de olle in Urdnung? Weil die Öltern jo Gschwista san?“
Jung: „Na wengan Inzucht hod der Benji 2 untaschiedliche Gogerln. Oba des is ma wurscht.“

Danke auch für diese Info.

© Eiki

Montag, 23. Februar 2015

Lifestyle



Im Park unweit von Eiki sitzen zwei Männer, beide ca. 35, und sprechen über ihren Lifestyle.

Veggie: „Also ich muss echt sagen, das Veggie-Seminar hat mir total gut getan.“
Steak: „Und du schaffst es komplett auf Fleisch zu verzichten?“
Veggie: „Mensch, ich sags dir. DAS IST EIN LIFESTYLE!“
Steak: „Das versteh ich nicht.“
Veggie: „Lass dir das von mir erklären, Mann.“
Veggie (nimmt eine gediegene Vortragsposition ein.): „Du isst nicht einfach nur kein Fleisch. Es geht um dein ganzes Leben. Du bist Fleisch.“
Steak: „Aha.“
Veggie: „Also isst du, wenn du Fleisch isst, im Endeffekt dich selbst. Und das ist nicht gut, mein Freund. Das ist nicht gut.“
Steak: „Aber…“
Veggie: „Du bist ein Teil der Welt und solltest nicht andere dafür leiden lassen, um ihr Fleisch zu bekommen. Es ist ein LIFESTYLE!“
Steak: „Den Zugang versteh ich, und ich verzicht auch öfters auf Fleisch. Aber hin und wieder so ein Steak ist halt schon was Gutes…“
Veggie: „UND GENAU DAS IST DAS PROBLEM.“
Steak: „Wieso jetz?“
Veggie: „Weil Veggie sein ein Lifestyle ist. LIFESTYLE! Entweder ganz oder gar nicht. Du isst ja auch nicht nur einen halben Salat.“
Steak: „?!?!?!!“

Veggie: „Man muss das durchziehen, sonst ändert sich nichts. Was nützt es dem Rind, wenn du „nur ein Steak“ davon isst? Das Rind ist trotzdem tot und rennt nicht einfach nur mit einem Stück weniger herum.“
Steak: „Aber wenn jeder auf seinen Fleischkonsum achtet und weniger isst, dann werden in Summe weniger Tiere umkommen und man kann vielleicht mal auf Massentierhaltung und so weiter verzichten.“
Veggie: „Das Rind ist trotz allem tot.“
Steak: „Ja, aber…“
Veggie: „Es ist ein Lifestyle. Ganz oder gar nicht. Aber ich seh schon, da prallen gerade zwei Welten aufeinander.“
Steak: „Kann sein.“
Veggie: „Ich esse jedenfalls kein Fleisch mehr. Und 4x pro Woche sogar ganz vegan.“
Steak (grinst): „Ich dachte, ganz oder gar nicht, hehe.“
Veggie: „Du bist peinlich. Du weißt vermutlich nicht mal, was vegan heißt. Das ist ein Lifestyle!“
Steak: „Aha.“
Veggie: „Schau, wenn du dein Leben nicht umändern willst, ist das okay. Ich will dir meinen Glauben ja auch nicht aufdrängen. Aber so ein Veggie-Seminar, das könnte dein Leben verändern!“
Steak (grinst): „Es ist ein LIFESTYLE!“
Veggie: „Du sagst es, Mann. Du sagst es.“

© Eiki

Freitag, 6. Februar 2015

Des muasst feiern



Eiki wartet des Nächtens vor einem Lokal auf eine Freundin. Neben ihr ein telefonierender Mann mit leichtem Damenspitz.

Mann (ins Telefon): „Na des is des Lokal wo ma bei da Sponsi worn. Erinnerst di?“ Kurze Pause. „Jo, des mit den 10er Sets Stamperln… Najo, i bin scho gonz guad dabei.“

Blondine im mini Mini möchte das Lokal betreten und sieht den Mann.

Blondine: „Hiiiiiiiiiiii!“ (Kurzer Tinitus bei Eiki)
Mann (ins Telefon): „Wort kurz.“ (zur Blondine) „Hello Mausekatze! Heeeheee.“ (Bussi links, Bussi rechts) „Fesch bist! I telefonier nur kurz mim Charly, donn kum i glei!“
Mann hält ihr die Tür auf, Blondine geht rein.
Mann (ins Telefon): „So… Wo wor ma? …. Ah jo! Jo und de hom hoid gsogt zu mir, waaßt eh, an 30er muasst feiern. Do kummst ned umadum.“

Brünette Lady in Riesenhighheels nähert sich dem Lokal und entdeckt den Mann.

Brünette Lady: „Uuuuuh! Haaaallooo duuuuuuuuuu!“ (Eiki überlegt kurz, ob sie Ohropax dabei hat)
Mann (ins Telefon): „Wort kurz.“ (zur brünetten Lady) „Schaaatzi!!! Do gfrei i mi oba, doss du do bist!“ (Bussi links, Bussi rechts) „Fesch bist! I bin glei fertig. Geh derweil rein!“
Mann hält ihr die Tür auf, brünette Lady geht rein.
Mann (ins Telefon):  „So… sorry, bin wieda do…“

Zwei junge Damen – eine im Leoparden-Look, eine im Leder-Look – kommen zum Lokal und begrüßen den Mann.

Leo + Leder (unisono): „Na haaaalllooooo!“ (Eiki wutzelt ein Taschentuch-Futzerl zu einem Ohrstöpsel)
Mann (ins Telefon): „Charly, sorry, wort kurz“ (zu den Damen) „LADIES! Na ihr seid’s fesche Schnecken!“ (Bussis links, Bussis rechts) „Geht’s ruhig daweil rein, i kumm glei!“

Ladies gehen ins Lokal.

Mann (ins Telefon): „Oida, i sog’s da. Leicht hob i’s a ned.“ (Kurze Pause) „Vier sans. Jo wonnst wüst kum hoid a…. Owa drei ghern mir! Guad bis glei.“ (Legt auf)

Mann: „Oaschloch.“

© Eiki