Freitag, 22. Juni 2012

Platznützung Vienna-Style


Für die Lösung mancher Probleme scheint die durchschnittliche menschliche Intelligenz nicht auszureichen. Nach dem Motto ein Bild spricht mehr als tausend Worte, versuche ich hiermit ein mir leider nur zu bekanntes Beispiel dieser Kategorie zu verarbeiten. 

Vielleicht ist auch dem einen oder anderen Leser die nachfolgende Situation nicht völlig fremd.



© Eiki

Montag, 18. Juni 2012

Am letzten Drücker

Heute möchte ich mich gerne den Personen zuwenden, die dem trügerischen Irrtum unterliegen, man könne durch mehrfaches Drücken des Knopfes der Fußgängerampel selbige schneller auf „grün“ umschalten. Werte Betroffene: es bringt nichts. 

Ein besonderes Spektakel bietet sich bei der Ampel Kreuzung Wienerbergstraße/Breitenfurter Straße, wo seit mittlerweile mehreren Jahren eine Fußgängerampel installiert ist, welche bei Rotlicht Sekunden von 80 auf 0 hinunter zählt, um zu verdeutlichen, wann sie auf „grün“ umschalten wird.  

Voreilig mag man nun glauben, ein einfacher Blick Richtung Zeitanzeige würde Hinweis genug sein, wie lang man noch aufs grüne Fußgängerlicht warten müsse. Nein, nein! Wie verrückt hämmern laufend Menschen auf das bei der Ampel angebrachte Kastl für das Blindensignal ein, um die Zeit zu beschleunigen. 

Dass das akustische Blindensignal eigentlich keinerlei Einfluss auf die Grünphase einer Ampel hat, scheint nicht in allen Köpfen eine logische Schlussfolgerung zu sein. Zusätzlich zaubert der dadurch erzeugte schrille Biepton spätestens beim dritten Mal sogar sanftmütigen Menschen Schweißperlen auf die Stirn. Lieber Drücker, wos is?

Zweifelsfrei kann man auch Parallelen zu den Menschen sehen, die beim Aufzug 20x drauf drücken, damit dieser schneller da ist. Ich überbringe nur ungern schlechte Neuigkeiten, aber: auch das ist sinnlos. 

Zu guter Letzt leider noch Bad News für alle Straßenbahnfahrer: Auch in der Straßenbahn bringt ein mehrfaches Drücken auf den Türöffner nichts! Die Bim wird nicht schneller und die Tür geht auch nicht flotter auf!

Wieder einmal kann man nur die Worte weiser Menschen zitieren: Herr, gib‘ mir Geduld. Aber bald. 

© Eiki

Sonntag, 10. Juni 2012

Wien, 27°C, sonnig


Einmal mehr sah ich mich diese Woche österreichtypisch auf offener Straße mit Frohmut, Toleranz und Nächstenliebe konfrontiert.

Warum ich die Erwartungen der werten Dame hinsichtlich Kleidung, die den Außentemperaturen entspricht, nicht erfüllen konnte, ist mir leider unklar.




© Eiki

Sonntag, 3. Juni 2012

Speedy Gonzalez und andere Tiere

Heute wurde mir die Ehre zuteil am 25. Österreichischen Frauenlauf teilzunehmen. Mein Laufteam hatte sich in den vergangenen Wochen verletzungs- und motivationsbedingt von 5 auf 2 reduziert. Ich glaube nächstes Jahr buchen wir lieber einen Senioren-Schwimmkurs.

Schon bei der Ankunft am Gelände fielen mir Schilder wie „noch 25 WCs bis zum Start“ auf. Unbelehrbar schienen sich die meisten Frauen dennoch auf WC 4 bis 1 vorm Start zu fokussieren. Vermutlich stehen sie nur einfach gerne an.

Zur Ablenkung tönten Dinge wie „Sex Machine“, „Voulez-vous coucher avec moi?“ und „I’m too sexy for my shirt“ aus dem Radio. Kurz war ich unsicher, ob ich mich wirklich beim Frauenlauf und nicht doch bei einem Erotiktreffen für Lauffetischisten eingefunden hatte.

Spätestens im Startblock waren diese Sorgen aber vergessen, was vor allem daran lag, dass man mich unerklärlich weit vorne (sprich bei den Schnellen) platziert hatte. Umgeben von Personen, die Gazellen und Geparden ähnlicher waren als Menschen fühlte ich mich …nun ja… bestens aufgehoben. Und es störte mich auch echt nicht, dass einige minutenlang zum Aufwärmen 10cm vor mir herumsprangen. Den Verlust einer Zehe konnte ich glücklicherweise abwenden.

Per Mikro teilte uns die Veranstalterin mit, dass das heurige Frauenlauf-T-Shirt in der Farbe „Himbeerpinkrot“ gehalten war. (Wundert es eigentlich noch irgendjemanden, dass Männer niemals unsere Farbbezeichnungen nachvollziehen können?) Um mich herum trugen aber ohnehin alle das Leiberl ihres professionellen Laufvereins, also war die Info wohl an mich gerichtet.

Nach endlosem Warten kam der Start, was unter meinen tierischen Laufpartnerinnen einen Anfall von Rempeln, Durchdrängeln, „ich bin besser“ und „schleicht’s euch alle“ zur Folge hatte. Blöderweise spornte mich die rasende Gnu-Herde à la König der Löwen irgendwie an und ich lief viel zu schnell los.

Bereits nach 1km passte sich zur Strafe mein Gesicht farblich meinem T-Shirt an und ich schleppte mich nach Luft schnappend weiter. Dies wurde bald belohnt, flog mir doch in Kilometer 3 gemütlich ein saftiges Insekt direkt in den Mund. Bio Sport-Nahrung – ja, natürlich!

Am letzten Kilometer schloss ich dann aber leider erneut mit dem Leben ab. Als ich endlich den Bogen mit der Aufschrift „Ziel“ in der Entfernung entdeckte, legte ich einen Sprint hin. Zugegebenermaßen trübte bei der Ankunft die Tatsache, dass unter „Ziel“ ein Pfeil nach links mit dem Zusatz „nur noch 500m“ platziert war, meine Euphorie etwas.

Irgendwie schaffte ich es aber dann doch und wurde prompt mit einer Medaille und einer Rose mit gefühlten 300 Stacheln belohnt. Frei nach dem Motto „Wer vom Laufen noch nicht fertig genug ist, soll zumindest auf der Handfläche Schmerzen spüren“.

Bekanntlich geht der Schmerz aber und der Stolz bleibt. Leider überwiegt gerade der Schmerz. Vielleicht ist der Senioren-Schwimmkurs doch die bessere Idee.

© Eiki

Dienstag, 29. Mai 2012

Poltergeister

Vergangenen Samstag durfte ich zum ersten Mal in meinem Leben einem Polterabend beiwohnen. Was das Beziehungsglück meiner Freunde betrifft, wird es vermutlich nicht der letzte gewesen sein. Umso wichtiger also, darüber zu sprechen.

Schon beim vorabendlichen Heurigenbesuch wurde die Braut von zahlreichen Menschen beglückwünscht und mit Schnäpsen aller Art bedacht. Eine besonders interessierte Frau nahm den fremden Polterabend sofort gerne zum Anlass um über ihr Leben zu sprechen. Zwar konnte sie ihr Alter (32) erst nach Rücksprache mit ihrem Ehemann korrekt benennen, berichtete dann aber schließlich schwärmerisch, damals Wert auf eine schamanische Hochzeit gelegt zu haben. Grund (Zitat): „damit unsere Seelen sich verschmelzen tun. Wegan Bewusstsein und so, weißt eh..“. Alles klar.   

Unterwegs in die Innenstadt trat dann einmal mehr die Verständnislosigkeit unzähliger Wiener in den Vordergrund, welche die polter-mäßig verkleidete Braut misstrauisch beäugten und kopfschüttelnd abwertende Kommentare von sich gaben. Ein vorbeigehender Punk wünschte der Braut sogar sein ausdrücklichstes Beileid. 

Aussagen wie diese gingen aber dankenswerterweise unter. Dies war vor allem darauf zurückzuführen, dass aufgrund des bereits im Großteil der Polterrunde vorhandenen ausgeprägten Damenspitzes, schon 90% der Aufmerksamkeit einer normalen Fortbewegung zugewendet werden mussten.

Im ersten Bezirk wurde schnell klar, dass man sobald die Dunkelheit eintritt, egal wie verrückt man aus eigener Sicht gekleidet ist, immer noch einer der Normalsten ist. So trafen wir Leute mit riesigen Gummi-Keulen, Menschen in allen möglichen und unmöglichen Tierkostümen und gefühlte 27 Polterrunden. 

Frauen mit Klopapier-Schleiern und Teufelshörnern oder gepeinigte Männeropfer von Junggesellenabenden mit Lipgloss und rosa Kleidern – der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Als mich aber dann direkt vorm Eingang zum Stephansdom ein junger Mann im Fred Feuerstein Kostüm um meine Unterwäsche bat, erkannten wir rechtzeitig die Not der Stunde und flüchteten in ein Lokal. 

Eines nehme ich aber mit. Und zwar, dass eine auffällig hohe Anzahl an Männern der jungen Braut vor allem eins mit auf den Weg gaben: „Überleg‘ da des guad!“.

© Eiki

Samstag, 26. Mai 2012

Begegnungen


Oft sind es die Momente, in denen man nicht damit rechnet.

Für nachdenkliche Verwunderung sorgte auch dieser junge Mann, der mir auf der Straße entgegen eilte.  Darüber, wer am Bild der größte Koffer ist, gehen die Meinungen auseinander.

 

© Eiki

Freitag, 18. Mai 2012

Gesprächsbröckerl

Als bekennender Naschmarkt-Fan versuche ich ja sobald die ersten wärmeren Sonnenstrahlen auftauchen sämtliche Freizeitgestaltung in diese Gegend zu verlagern. Zwar ist es jedes Mal aufs Neue ein Challenge sich von der U4 Station Kettenbrückengasse zu den Naschmarkt-Restaurants durch Touristen durchzuwurschteln, die eine Melanzani so oft fotografieren wie andere das Schloss Schönbrunn. Aber mit einem leckeren Eistee und haufenweise Humus und Falafel kann man dann das Leben schon fast genießen. 

Leider nur fast, wenn gleich am in Kuschelabstand gelegenen Nachbartisch zwei Männer darüber diskutieren, wie unnötig Frauen eigentlich wirklich sind.

Eines der beiden Prachtexemplare an Männlichkeit und Haargel-Verschleiß brachte das edel formulierte Argument ein, dass Frauen (Zitat) „entweder deppat schaun oda se aufregen. Und selbst da schaun’s deppat.“. 

Den bestürzten Seitenblick einer ebenfalls in Schmusedistanz befindlichen Ladies-Runde ignorierend fuhr er gekonnt fort: „und waaßt wer ma am meisten wohin geht? De deppaten feministischen, schielenden Elche, die glaubn, sie kennan olles ohne uns.“ Unglücklicherweise ging soeben im Hintergrund eine junge Dame mit einem Elch-T-Shirt vorbei. Ihrem verstörten Blick zufolge wird sie dieses Leiberl nicht mehr oft tragen. 

Überhaupt muss man sich ja gelegentlich wundern, worüber sich Menschen oft lauthals in der Öffentlichkeit unterhalten. So durfte ich zuletzt im D-Wagen einer angeregten Diskussion zum Thema Slipeinlagen beiwohnen. Wohlgemerkt eine Männerrunde!

Und erst heute Früh erfreute ich mich beim Billa an zwei älteren Damen, die über Art und Umfang der Exkremente von Wolfi und Pezi sprachen. Dankenswerterweise konnte ich noch in Erfahrung bringen, dass es sich bei letztgenannten nur um Terrier und nicht die jeweiligen Lebensgefährten handelte.

Die inspirierende Diskussion über die Unnötigkeit von Frauen fand übrigens ein abruptes Ende, als das Handy eines der beiden Herrschaften mit David Hasselhoffs „Looking for freedom“ zu läuten begann. „Ja, meine Süße. Na sicher, Schatzi. Mach ich, Schatzi. Bin gleich da.“ Hm… so unnötig scheinen die Frauen ja dann scheinbar doch nicht zu sein…

© Eiki

Sonntag, 13. Mai 2012

Morgendliche U6-Erlebnisse


Beruhigt konnte ich feststellen, dass ich doch nicht die einzige Person bin, die auf der Straße traumatische Begegnungen hat. Ein Studienkollege berichtete mir beispielsweise von nachfolgender Situation – zweifellos ein Ereignis, das nicht ganz kalt lässt.

Bedauerlicherweise konnte leider nicht in Erfahrung gebracht werden, ob die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses oder doch der Schönbrunner Tiergarten das Ziel war…

© Eiki 


Freitag, 4. Mai 2012

Gacki-Regularis

Anlässlich des mittlerweile zum dritten Mal auftretenden Events der Ausgabe von gratis Activia-Gutscheinen vorm Kühlregal bei meinem Merkur, muss ich nun leider wirklich zur weiblichen Verdauung Stellung nehmen. 

Liebe Damen, man munkelt auch ohne sämtliche verdauungsregulierende, pro- oder contrabiotische, acti-regularis, L-Casei Immunitas und L-Woswasdeni iwasnedwos sei es durchaus machbar eine normal funktionierende Verdauung zu haben. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber Experten sprechen von etwas, das sich ausgewogene, gesunde Ernährung nennt und mit der regelmäßigen Aufnahme von Obst, Gemüse und anderen Köstlichkeiten verbunden ist. Insider berichten gar von der überwältigenden Wirkkraft einer ganz normalen Lebensweise.  

Haben wir es wirklich notwendig, nach jeder Mahlzeit ein überteuertes Joghurt zu essen, damit – wie in der Werbung so wunderbar visualisiert – die herumschwirrenden gelben Kugerl in unserem diätgeschädigten Verdauungssystem gemeinsam einen schönen Pfeil bilden? Brauchen wir Barbara Karlich und ihre Freundinnen, damit das stille Örtchen nicht ganz so still ist? Und vor allem, was haben Menschen vor 50, 100, ja 1.000 Jahren gemacht? Die haben es ja auch auf natürliche Weise geschafft, ihren Stoffwechsel im Gleichgewicht zu halten, ohne ein mit Zusatzstoffen angereichertes Milchprodukt zu konsumieren.

Die erschütternden Tatsachen überschlagen sich zwar gerade ohnehin schon, aber auch körperliche Bewegung soll die Verdauung fördern und ist auch nicht schlecht für das Immunsystem. Dies gilt so ganz nebenbei auch für den Actimel-Acerola-süchtigen Herbert und seine gleichgeschlechtlichen Kollegen. 

Bitte Leute, geht’s laufen, esst’s euer Gemüse zam und investiert’s euer Geld statt in sündteure Verdauungsunterstützer lieber in sinnvollere Dinge. Wie wär’s beim nächsten Mal zum Beispiel mit ’ner Monatskarte im Fitnesscenter? Soll ja wahre Wunder vollbringen…

© Eiki