Montag, 19. August 2013

Frag Eiki! 6

Es ist wieder einmal an der Zeit ein leider häufig auftretendes Ereignis zu verarbeiten…  

Manuela K. sendete mir folgende Frage:

„Liebe Eiki! Ich hoffe von dir eine Antwort auf die Frage zu erhalten, warum so viele Leute nicht fähig sind, Klopapierrollen auszuwechseln und einem nur die alte leere Rolle hinterlassen. Sind die Leute denn wirklich zu dumm dazu?“

Liebe Manuela,

danke, dass du dieses auch mir nicht völlig unbekannte Phänomen ansprichst! Auch ich sehe mich regelmäßig am WC mit leer zurückgelassenen Papierrollen konfrontiert. Zum Drüberstreuen wird unter dem Motto „des muass reichen“ häufig noch das letzte 0,5-lagige Papierfitzerl an der Rolle zurückgelassen, um den Nachfolger in den Genuss des Wechselns kommen zu lassen.

Die Ursache liegt vermutlich nicht in der Dummheit, sondern in der ausgeprägten Faulheit gepaart mit einem gewissen Egoismus der Mitmenschen.

Ich möchte jetzt niemanden verstören, aber auch bei Bürodruckern spielen sich WC-Rollen-ähnliche Ereignisse ab! So beobachtete ich erst vor kurzem jemanden, der statt eines kompletten Papierpackerls extra für sich 10 Blätter Papier nachfüllte, um seinen eigenen Druckauftrag noch fertig durchführen zu können.

Ändern können wird man solche Leute vermutlich nur eingeschränkt. Aber vielleicht hilft ja bei manchen sogar ein beiläufiges „so oft, wie ich die Klorolle austauschen muss, muss ich schon eine Nebengewerbe anmelden“. Oder auf die harte Tour, wie das ein ehemaliger Arbeitskollege gelöst hat: „Helmut, i sog da ans: wonn i in den nächsten Tog no amoi den Drucker nochfülln muass, wonn du für 17 Personen ausdruckst, donn flack i da ane!“

Und irgendwann wird dann alles gut und man findet am stillen Örtchen eine Klorolle, wo mehr als nur das letzte Papierfitzerl oben ist. Oder mit dem wie ich finde vortrefflich für Klopapier passenden Namen einer kürzlich gesichteten Klopapier-Marke: „Happyend.“

Alles Liebe und viel Erfolg!

© Eiki

Montag, 12. August 2013

Nachtschwärmer

Generell ist ja von so mancher nächtlicher Kurzmitteilung aus diversen hochprozentigen Gründen abzuraten. Insbesondere, wenn man sie an falsche Nummern schickt.

So ereilte mich vergangenen Montag um 23:01h exakt diese Nachricht einer mir unbekannten Nummer auf meinem Firmenhandy. 

„Ich konnte nicht widerstehen und musste mitschreiben…Flatschers..23.00 Uhr betroffe gut drauf: als ich dich kennegelernt hab Schatz, hast du eine Flasche Averna einfach so zum Essen gesoffen. Na das war kein Averna das war ein Ramazotti und soviel hab i net trunken! Doch du hast eine Flasche getrunken und ich auch, aber du hast eine dritte aufgemacht! Ja aber das war Ramazotti die Flaschen sind kleiner! Schatz du hast gesoffen wie ein Tier als wir uns kennenlernten! Ah geh, sooo schlimm wars net und du mit dem Wiskey! Wiskey wooooo???? bussiiiii“

Es ergeben sich vielseitige Interpretationsmöglichkeiten. Auch scheint ein gewisser Hang zur Schizophrenie nicht ganz zu leugnen.

Worum es sich genau handelt und wer hier generell was und vor allem wie viel säuft, klärt sich hoffentlich bald auf. Voller Spannung erwarte ich die Fortsetzung.


© Eiki

Montag, 5. August 2013

Öffi-Unterhaltungen 7

Lang lang ist’s her, aber jetzt komm‘ ich endlich zum Schreiben der siebten Folge der „Öffi-Monologe“. 

Fr, 26.04. 18:40 Uhr – Eiki in der U2 
Älteres Ehepaar sitzt schön angezogen in der U-Bahn.
Er: „Mi gfreit’s eigentlich üwahaupt ned, heit ins Theater gehn.“
Sie: „Mi eigentlich a ned."
Er: „Fohr ma wieda ham?"
Sie: „Jo.“

Mi, 08.05. 07:14 Uhr – Eiki im 6er 
Ein Mann mit schwarzem T-Shirt auf dem vorne „Geh scheißen!“ oben steht, spielt laut Musik vom Handy.
Mann (wendet sich mit dem Handy zwei jungen Mädls zu): „I spü die Musik nur für eich!“
Mädels steigen aus.
Mann (lässt sich davon nicht beirren und geht auf einen alten Mann zu): „I spü die Musik nur für Sie!“ 
Alter Mann: „I bin owa nix haaß drauf."
Mann (wendet sich einer Dame zu, die plötzlich ganz schnell aussteigen muss. Er lehnt sich aus der Bim und schreit ihr nach): „I hätt die Musik nur für di gspüt! Nur für di!“
Plötzlich geht das Handy aus. Mann starrt es ungläubig an: „Naaaaa… Der Akku is laaa. Dabei woit i eich no so vü Musik spün!“
Alter Mann von vorhin: „In soichen Momenten glaub i imma, doss Gott gerecht is.“ 


So, 19.05. 15:27 Uhr – Eiki wartet bei U1 
Frau mit ca. 6-Jährigem Kind.
Frau (schaut das Leiberl des Kindes an): „DU HAST DICH ANPATZT!!!“
Kind (schaut auch auf sein Leiberl): „Ups.“ 
Frau: „Warum hast dich anpatzt? Kannst du mir das erklären?“
Kind schaut schuldbewusst. 
Frau: „Na?!" 
Kind schaut noch schuldbewusster. 
Frau: „ANTWORTE MIR! WIESO hast du dich schon wieder angepatzt?“
Mann aus dem Hintergrund: „Weils a Kind is und a Eis gfressen hod! Is doch bitte scheiß egal!“

Folge 8 und 9 sind schon in Vorbereitung. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Wiener Linien, ohne die mein Leben weitaus weniger amüsant wäre.

© Eiki

Samstag, 3. August 2013

Another Night in Gemeindebau


Schlafen ist weiterhin nicht.

Wie bereits zuvor (Link) berichtet, bringt früh schlafen gehen in meinem Bau nichts, da man ohnehin von diversen Wahnsinnigkeiten wach gehalten wird.

Neuerdings ist mir aber auch das Ausschlafen nicht mehr vergönnt. So heute Früh um 5:57h.

Baby schreit bei offenem Fenster wie am Spieß. Mutter (vermutlich) eilt herbei und schreit das Kind an, warum es schreit.

Der Genießer schweigt. Baby schreit weiter.

Mutter: „HÖR AUF ZU SCHREIEN! Du kriegst nie wieder irgendwas von mir, wenn du so weiter machst!“

Baby schreit.

Mutter: „DU WAHNSINNIGER! Deppat plärren kannst! Herzliche Gratulation!

Selbiges Spiel zieht sich minutenlang hin. Eiki überlegt, am Laptop gleich live mitzuschreiben.

Irgendwann kurz nach halb sieben tönt es schließlich aus der Nachbarstiege:  „OIDA! MOCH DES FENSTER ZUA, WONNST SCHO SO A SCHREIATE BIST!!!“

Ich find’s super, dass Mütter dem Geschrei von Kindern mit Geschrei begegnen. Noch schöner ist es allerdings, wenn Nachbarn schreienden Müttern, die wegen des Geschreis des Kindes schreien, mit Geschrei begegnen.

Es geht aber bekanntlich immer noch eines mehr.

Sekunden später öffnet sich nämlich ein weiteres Fenster und eine Frau plärrt hinaus: „KÖNNEN JETZT BITTE ALLE IN DIESEM SCHEISS WOHNBAU SCHLAFEN UND MIT DEM VERDOMMTEN SCHREIN AUFHERN????“

Scheee is.

© Eiki

Montag, 29. Juli 2013

Die Jugend von heute…

Als ich heute in der Mittagspause an einem Spielplatz vorbei gegangen bin, konnte ich meinen Ohren nicht trauen. Normalerweise zensiere ich Unterhaltungen ja nicht, aber solche Wörter möchte ich nicht mal schreiben.

Zwei Burschen (ca. 8 und 10 Jahre alt) spielen Fußball. Mutter sitzt auf einer Bank und liest Zeitung.

Bursch 1: „OIDAAA! Spiel zu mir du H****sohn!“
Bursch 2 fetzt den Ball ins Gebüsch.
Bursch 1: „DU H****sohn! Warum machst du das du Schwu*****?“
Bursch 2: „Was is mit dir, spiel du halt gscheid du wor** S**!“
Bursch 1: „Geh sch******, du Wi*****!“
Bursch 2: „Maaamaaa, die Schwu***** schimpft nur herum!“
Bursch 1: „Lass die Mama ausm Spiel du H****sohn!“
Mutter sitzt wenig beeindruckt daneben und liest.

Bursch 2: „MAAAAMAAA, oida der is so ein Or***loch! Mach amal was!“
Mutter: „Hoit’s beide die Bappn!“

Der Apfel fällt leider immer noch nicht weit vom Stamm.


© Eiki

Montag, 22. Juli 2013

Leg's ins Kastl

Gut, ich hab‘ ja schon einmal über die „modische“ Erscheinung der Leggins geschrieben. Scheinbar kann man es aber gar nicht oft genug sagen.

In letzter Zeit nehmen sie nämlich wieder überhand. Viel zu oft leider mit unerwünschten Nebenerscheinungen, die man NIEMALS sehen wollte…

So darf sich der alltägliche Legginsbeobachter nicht nur an darunterliegenden engen Unterhosen (alias Bopsch-Zerteiler) erfreuen – zweifellos ein einschneidendes Erlebnis. Auch zu kurze Leggins, die nicht den gesamten Hintern bedecken, oder zu kleine Leggins, die die Beine wie Knackwürste einschnüren, sind gängige Phänomene.

Die aufkeimende Frage: WARUM? Oft liegt’s ja gar nicht an der Person. Wenn ich mir eine Leggins anziehe, die mir drei Nummern zu klein ist, schau ich auch aus wie ein Dolm. Nur mach ich das halt nicht.
Und ich bin ja eigentlich auch eine Vertreterin davon, dass jeder anziehen soll, was er will. Aber wenn dann ein 200kg schwerer Riesenleopard mit viel zu kleiner Leo-Leggins im Mittelgang der U-Bahn durchgeht, muss ich das noch mal überdenken. Roooaaar.

Oder mit den Worten des Mannes, der mir gegenüber saß : „Schau da de o… Des pockst ned… Imma mit ernere Leggins. Dabei warads jo so afoch: Leggins steht für > Legg ins Kastl und hois nie mehr ausse <“


© Eiki

Montag, 15. Juli 2013

Wen kratzt's?


Es juckt am Rücken, doch wie soll man sich an den Stellen kratzen, die man mit der Hand nicht erreicht? Und vor allem, ohne Geld für teure Rückenkratzer ausgeben zu müssen? 

Interessante Erzählungen aus den Hausmitteln einiger Bekannter und sogar meiner Familie ergaben einen nicht unwesentlichen Anteil an Personen, die Schuhlöffel, Werkzeuge, Nudelschöpfer, und – Achtung ! – Brotmesser zum Kratzen unerreichbarer Stellen am Rücken verwenden. Es bleibt zu hoffen, dass letztere zumindest vor der nächsten kulinarischen Benutzung gereinigt werden…

Dass man aber auch in der Öffentlichkeit Gegenstände zum Kratzen finden kann, bewies mir ein Herr, der sich an einer Ziegelmauer bei einer Bushaltestelle den Rücken kratzte. Und auch in der U6 gab es einmal einen Herrn, der dafür regelmäßig eine Haltestange benützte. 

Bei einem Grillfest vor einigen Wochen sah ich eine Person, die sich mit einer Gabel den Knöchel kratzte. Für den Fuß und die Zehen wurde die Gabel kompetent gewendet um auch die Zehenzwischenräume zu erreichen. Der Genießer speibt.

Doch damit noch nicht genug! Auch das Ohr will gereinigt werden! In meinem näheren Bekanntenkreis hörte ich bereits von der erfolgreichen Anwendung von Häkelnadeln zur Reinigung des Innenohres. 

Dass herkömmliche Wattestäbchen oder Sprays hier scheinbar öfters nicht ausreichen, durfte ich aber auch vergangene Woche live im Schwimmbad feststellen. Hier reinigte sich nämlich ein älterer Herr mit der Haarspange seiner Gattin das Ohr-Innere. Gschmackig vor allem deshalb, weil sich die Dame selbige dann wieder in die Haare steckte.

Bin ich die Einzige, der sowas auffällt?

© Eiki

Montag, 8. Juli 2013

Beim Mexikaner


Neulich beim Mexikaner saß am Nachbartisch ein Pärchen, das sich angeregt über die Speisekarte unterhielt.

Er (blättert herum): „I waaß ned, wos i nehman soi…Do gibt’s so vü…“
Sie: „Wüst da wos teiln?“
Er (schüttelt entrüstet den Kopf): „NA! I hob an Hunga! Außerdem wü i wos Schoafes.“
Sie: „Na geh! Ich ess‘ ja eh a schoaf!“
Er: „Jo, oba i wü gonze Tschabalenjos drin. Des mogst du ned, die Tschabalenjos, waaßt eh!“

Beide blättern wieder schweigend herum.

Sie: „I glaub‘ i nimm des Tschimischanga.“
Er: „Des hob i ma a kurz überlegt…“
Sie: „Oda Tschimiladas.“
Er: „Entschiladas haaßt des.“
Sie: „Ajo. Des nimm i.“
Er: „Guad, i bleib beim Oidbewährten.“

Er winkt Ober herbei.

Ober: „Bitte, was darf’s sein?“
Er: „Oiso i nimm amoi a Desparados… und donn des mit de Tschabalenjos ois Vurspeis.“
Ober schmunzelt beim Notieren.
Er: „Und donn an Borito de Carni. Geht der a mit Tschabalenjos?“
Ober: „Ja, kein Problem.“
Sie: „Ich krieg einmal Natschos mit Guanacamole… hihi, oder wie das heißt.“
Ober (schmunzelt weiter): „Gerne.“
Sie: „Und dann die Tschimiladas.“
Ober: „Was genau wollen Sie? Enchiladas?“
Sie: „Nein, das andere. Tschimiladas.“
Ober: „Das kenn ich jetzt spontan nicht… können Sie mir das zeigen?“
Sie (deutet auf die Karte): „Das!“
Ober: „Aha, Chimichanga. Alles klar. Zum Trinken?“
Sie: „Einen Pinnnna Colada.“
Ober (im Weggehen): „Sehr gerne.“

Ober geht  weg.

Er: „I hoff, des hot der jetzt checkt…“

Leicht war’s ja nicht.

© Eiki

Dienstag, 25. Juni 2013

Blinken für Anfänger


So, jetzt ist es so weit. Ein Eintrag über das kompetente Verhalten von Autofahrern im Bereich „Wann sollte ich blinken?“ muss her.

Leider ist es vielen Autofahrern unmöglich, ihr herannahendes Abbiegen durch ein entsprechendes Signal den umliegenden Verkehrsteilnehmern mitzuteilen.

Aber die hochgradige Faulheit ist in dem Fall nicht nur lästig, sondern zum Teil ganz schön gefährlich! Erst letzte Woche sah ich, dass eine ältere Dame mit Kind (!) nur mehr im letzten Moment zur Seite springen konnte, weil ein Auto abgebogen ist ohne vorher zu blinken.

Auf öffentlichen Parkplätzen ist das Anti-Blink-Phänomen aber besonders weit verbreitet.

Gut, dass einige Autofahrer bereits bei der Einfahrt zu öffentlichen Parkplätzen ihr Hirn abgeben, wurde ja bereits thematisiert. Was das Blink-Verhalten betrifft, sind den Möglichkeiten aber erst recht keine Grenzen gesetzt.

Folgendes Szenario:
Eiki parkt in einer kleinen Seitenverzweigung der Tiefgarage ein und nähert sich der Hauptstraße um zum Lift zu gelangen. Ein Auto naht mit gefühlten 70km/h heran (Schilder mit „max. 10km/h“ scheinen hier nicht Hinweis genug). Eiki bleibt daher stehen, um ihr Leben fortsetzen zu können.

Statt über ihr Warten erfreut zu sein, bleibt der Autofahrer verärgert stehen und deutet ihr einen Huscha. Eiki blickt ihn fragend an und geht verunsichert hinter einem Auto in Deckung.

Autofahrer hupt (? Aha ?) und biegt ab. Scheinbar wollte er in die Seitenverzweigung, in der Eiki am Rand gewartet hat.

Die aufkeimende Frage: Warum blinkt man nicht einfach?

Als der Autofahrer aussteigt, kann sich Eiki den Kommentar „Blinken wird überbewertet“ nicht verkneifen.

Die Reaktion: „Geh scheißen! I fohr wie i wü!“

Die Versicherung wird sich freuen.

© Eiki